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Arbeiten in der Niederung bald abgeschlossen / Sperrungen, Rundwege und Aussichtspunkte

Natur neu erleben

Bückeburg. Die Umsetzung des Projektes „Naturerleben Bückeburger Niederung“ steht kurz vor dem Abschluss. In wenigen Wochen, rechtzeitig zum Start der neuen Saison für Radfahrer und Spaziergänger, sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Darauf hat Bau-Fachbereichsleiter Jörg Klostermann von der Stadtverwaltung jetzt in einem Gespräch mit dieser Zeitung hingewiesen. Wichtiger Bestandteil des Projektes ist ein neues Wegekonzept für den Kernbereich der Niederung. Hier werden Bürgerdamm und Heidornweg für Besucher gesperrt, um Fauna und Flora noch besser zu schützen. „Kanalisiert“ wird der Besucherstrom stattdessen durch zwei neue Rundwege und eine Anbindung, die den „neuen“ Altarm der Aue erschließt.

veröffentlicht am 31.01.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:41 Uhr

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So kann die Niederung weiterhin ihrer Rolle als Naherholungsgebiet und Ziel für Naturfreunde gerecht werden, ohne dass es zu großen Belastungen für die Natur kommt. Es hat sich nämlich inzwischen über die Grenzen von Bückeburg herumgesprochen, dass gerade Vogelfreunde hier gute Beobachtungsmöglichkeiten vorfinden. Zur Zeit des Vogelzuges ist die Niederung beliebtes Rastgebiet, bei Überflutungen finden viele seltene Arten Nahrung und Lebensraum.

Besonders für Tierbeobachter wurden zwei Aussichtshügel angelegt, die einen guten Überblick über das artenreiche Feuchtgebiet gewähren. Diese werden noch mit Infotafeln ausgestattet, die Landschaft, Tier- und Pflanzenleben näherbringen und die im Stil an die der Radrouten angepasst werden. Angepflanzt werden auf den Hügeln noch sogenannte „Grünzäune“, um besonders die Vögel besser von den Besuchern abzuschirmen.

Zum Verkehrskonzept gehört auch die Ausweisung von Parkplätzen am Heidornweg am Ortsrand von Petzen sowie an der Kornmasch bei der Kläranlage und an der Riehestraße in Nordholz. Sperrgatter im Norden am Bürgerdamm und im Süden am Heidornweg machen deutlich, dass auf diesen beiden Wegen Radler und Fußgänger nicht mehr willkommen sind. Ihnen stehen aber die neu ausgeschilderten Rundwege, für die einige Lücken geschlossen wurden, offen.

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Der Heidornweg ist vom Aussichtshügel an gesperrt.

Lediglich landwirtschaftlicher Verkehr ist nach wie vor erlaubt. Zur Pflege des Gebietes sei man nämlich weiterhin auf die Zusammenarbeit mit den Landwirten angewiesen, erläuterte Klostermann.

Mitfinanziert wird das Projekt durch die Stadt Bückeburg und den Landkreis Schaumburg. Den größten Anteil der Kosten übernimmt mit 22 000 Euro die Bingo-Umweltstiftung. Der Förderverein Bückeburger Niederung war bei der Erstellung des Konzeptes mit im Boot und unterstützt es tatkräftig durch ehrenamtliche Arbeit. Zum Beispiel ist man an der Gestaltung der Infotafeln beteiligt. Diese werden in Kürze aufgestellt.

Die Niederung ist eine von Menschen geprägte Naturlandschaft, deren Bedeutung für den Naturschutz jedoch erheblich ist. Daher wird seit Jahrzehnten an einer Extensivierung der Nutzung, besonders durch die Landwirtschaft, gearbeitet. Hierbei galt es immer wieder, die gegensätzlichen Interessen von Landwirten und Naturschützern unter einen Hut zu bringen. Das Verständnis füreinander sei aber auf beiden Seiten besser geworden, so Klostermann. Durch Flächentausch, Ankauf von Grundflächen für den Naturschutz und Renaturierungsmaßnahmen wurde bereits viel erreicht.

Klostermann sieht die Ziele im Kernbereich der Niederung mit Abschluss der laufenden Maßnahmen weitgehend erreicht. Nun gelte es zu überlegen, wie es langfristig in den Randbereichen weitergehen soll. Politiker, Naturschützer und Landwirte müssten in Gesprächen die weiteren Zielvorgaben abstimmen, denn nicht zuletzt die Landwirte bräuchten Planungssicherheit, um die Zukunft ihrer Betriebe zu sichern.




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