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Nabu überrascht 500. neu geworbenes Mitglied im Landkreis

Naturschutz kostet heute Geld

BÜCKEBURG. Seit Monaten wirbt der Naturschutzbund Deutschland im gesamten Landkreis Schaumburg um Förderer für den Naturschutz. Überraschung für Familie Weimann aus Bückeburg: Sie sind 500. Mitglied geworden. Warum Naturschutz wichtig ist:

veröffentlicht am 13.11.2017 um 13:23 Uhr
aktualisiert am 13.11.2017 um 17:40 Uhr

BÜCKEBURG. Seit Monaten wirbt der Naturschutzbund Deutschland im gesamten Landkreis Schaumburg um Förderer für den Naturschutz, denn „Natur- und Artenschutz vor Ort braucht immer Unterstützung“, sagt Britta Raabe, die seit Mai 2015 die Regionalgeschäftsstelle des Naturschutzbundes (NABU) im Weserbergland leitet und die NABU-Gruppen in Schaumburg hauptamtlich unterstützt. Insgesamt elf Ortsgruppen gibt es seit Langem im Landkreis und diese engagieren sich ausschließlich ehrenamtlich und wollen bereits erfolgreiche Artenschutzprojekte fortsetzen und weiter ausbauen. Eine besondere Aktion gab es jetzt in Bückeburg.

„Dazu informiert das NABU-Werbeteam auf seiner Tour detailliert über Aktivitäten der Naturschützer vor Ort und macht Lust auf Natur“, sagt Raabe – und so klingelte auch bei Familie Weimann in Bückeburg ein junger Mann in blauer Nabu-Kleidung an der Tür. Was das nette Ehepaar zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass sie damit zufällig die 500. neu geworbenen Mitglieder im Landkreis Schaumburg geworden waren. „Umso überraschter war Herr Weimann später, als ich ihn telefonisch informierte“, sagt die Leiterin der Regionalgeschäftsstelle lächelnd und freut sich mit dem Ehepaar, der kleinen Tochter und dem schokobraunen Familienhund Amigo.

Bei der Übergabe des Begrüßungsgeschenkes zu diesem besonderen Anlass freute sich dann auch Frau Weimann, denn die NABU-Broschüre „Gartenlust“ zur naturnahen Neugestaltung des Gartens kam wegen der Erneuerung der Drainageschicht am Haus gerade recht. „Bei uns ist alles Erdreich um die Rückseite des Hauses abgetragen“, erzählt sie und so kommen die Tipps zu pflegeleichten und Wildbienen fördernden Staudenanpflanzung im neu anzulegenden Beet genau zur rechten Zeit, denn bald wird das Erdreich wieder eingefüllt und die neuen Beete angelegt.

Auch Peter Walter, der Erste Vorsitzende des NABU Bückeburg, hört das gern – seine persönliche Herzensangelegenheit sind seit langen Jahren die sogenannten solitären Hautflügler: einzeln lebende Wildbienen. Bei dem gemeinsamen Begrüßungsgespräch erläutert er daher nicht nur den Aufbau einer geeigneten Insektenunterkunft, sondern auch, warum viele „Insektenhotels“ leider nicht besetzt werden: Oft fehlt es an geeigneten heimischen Blühpflanzen, die den Insekten über lange Zeit Nahrung bieten. „Heimische Stauden sind da am besten geeignet“, weiß Walter.

Interessiert lässt sich Frau Weimann von Peter Walter erläutern, welche Projekte der NABU Bückeburg vor Ort verfolgt: der geplante Umbau des Trafoturmes zu einem Refugium für Schleiereule und Mauersegler zum Beispiel. Oder der Neubau eines Vogel-Beobachtungsstandes in der Bückeburger Niederung. „Das wird meinen Mann interessieren“, sagt sie und fügt hinzu: „Er hat sich sofort bereit erklärt, den NABU zu unterstützen: Das hat sein Vater auch schon getan.“ Da ihr Mann leider beruflich verhindert ist, wird er sicherlich einmal zu den monatlichen Gruppentreffen kommen, verspricht sie. Denn der NABU Bückeburg trifft sich jeden zweiten Donnerstag um 20 Uhr im „Ratskeller“. Aber bis dahin wird erst einmal der neue Meisen-Nistkasten aufgehängt … und die blühenden Stauden gepflanzt, damit es im nächsten Frühjahr summen und brummen kann.

Wer den NABU in der Region unterstützen möchte, kann das übrigens als aktives oder passives Mitglied tun. Und: die Mitgliedschaft hat weitere Vorteile – zum Beispiel freien Eintritt bei zahlreichen NABU-Veranstaltungen und in Naturschutzstationen deutschlandweit. Und natürlich kann jeder, der sich für die Natur interessiert, in einer der elf Gruppen vor Ort aktiv werden. „Egal, ob Groß oder Klein – jeder ist herzlich willkommen“, lädt Raabe ein, denn: „Man muss kein Experte sein, um Natur- und Umwelt zu schützen.“

Bei den jungen Naturfreunden, welche als Unterstützerteam für die Ehrenamtlichen vor Ort um Mitglieder werben, handelt es sich oft um interessierte Studentinnen und Studenten, die an ihrer blauen Kleidung mit dem NABU-Logo und dem mitgeführten Werberausweis erkennbar sind. Sie nehmen selbstverständlich kein Bargeld an, denn sie machen Aufklärungsarbeit, versuchen den Bürgerinnen und Bürgern die Projekte des NABU näherzubringen, sind dankbar über das Feedback der Menschen und suchen aktive sowie passive Unterstützer für den Naturschutz in den Ortsgruppen. Die vorherigen Teams waren nun schon fast in allen Ortsgruppen und haben auf diesem Weg bereits 500 neue naturbegeisterte Unterstützer gefunden.

„Naturschutz kostet Geld, und unsere Aktivitäten benötigen dafür viele neue Unterstützer. Deshalb hoffen wir, dass zu den jetzigen Mitgliedern des Nabu in der Region möglichst viele neue hinzukommen, denn mit einer Mitgliedschaft wird der gesamte Verband gestärkt“, erklärt Raabe. So bekommt der Umwelt- und Naturschutz eine gewichtige Stimme; denn die Mitglieder entscheiden aktiv über die Ausrichtung des NABU mit – mit Familie Weimann sind es nun fast 4000 Mitglieder, denen die Natur in Schaumburg am Herzen liegt.




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