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Tipps von Experten / Kursangebote bei der VHS

„Navi“ fürs Fahrrad stark im Kommen

Bückeburg. Das Interesse an Outdoor-GPS-Geräten wächst: „Es werden immer mehr Menschen, die sich interessieren“, sagen die Experten Detlef Bielinski und Thomas Froitzheim, die jetzt in den Räumen der VHS eine Fortgeschrittenenschulung abgehalten haben.

veröffentlicht am 16.04.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 20:22 Uhr

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Wer kennt das nicht: Kaum kommt man als Radfahrer in unbekannte Gefilde, wird es schwierig. Es gibt zwar spezielle Fahrradkarten, die aber sind oftmals ziemlich unhandlich. Ganz anders tritt da die Satelliten-gestützte GPS-Navigation in Form der Fahrrad-Navis auf. Ein großer Vorteil, so Experte Detlef Bielinski, sei ganz klar die punktgenaue Routenführung, sprich: kein Verfransen mehr! „Von Nutzen ist der kostenlose Satellitenempfang für alle, die in völlig unbekanntem Terrain immer ihren eigenen Standort wissen wollen“, so Bielinski. Damit sei – „vor allem, wenn man auch für andere Verantwortung übernommen hat“ – eine wesentlich größere Sicherheit gegeben.

Möglich werde aber auch das entspannte Nachfahren von Touren, so Bielinski weiter: Man sieht auf dem Display des GPS (Global Positioning System)-Geräts den Track, also eine Reihenfolge von Wegpunkten, und braucht mit seinem Positionsdreieck nur darauf zu bleiben. Alles ganz einfach und „idiotensicher“! Ein weiterer Pluspunkt ist die Aufzeichnung einer sogenannten „Hänsel-und-Gretel-Spur“. „So kann man im Fall einer situationsbedingten Umkehr jederzeit dahin zurückfinden, woher man gekommen ist.“

Gibt es Vorteile gegenüber einem Smartphone und einer Navi-App? Laut Detlef Bielinski „zahlreiche“. Zum einen seien die Outdoor-GPS-Geräte oftmals handlich und hätten den Vorteil, dass sie viel robuster gebaut seien als ein Smartphone. Zum anderen werde eine entsprechende Halterung mitgeliefert, was für den Gebrauch am Rad unerlässlich sei. „Outdoorfähige GPS-Geräte sollten wasserdicht sein, Schmutz abkönnen, ein gutes Display haben und möglichst lange Betriebszeiten haben“, lauten die Tipps von Detlef Bielinski.

Thomas Froitzheim ist ebenfalls ein überzeugter Radfahrer und Anhänger der GPS-Navigation. Der Fachautor hat vielfältige Erfahrungen im Bereich der Kartografie und der Outdoornavigation gemacht und ein wichtiges Buch zum Thema („GPS für Biker“) geschrieben. Die Vorteile sieht er unter anderem darin, dass diese Art der Navigation auf Radfahrer und Wanderer zugeschnitten sei und jeglicher Orientierungsstress entfalle. Schon am PC, so Froitzheim, könnten die eigenen Routen präzise geplant werden. „Man findet dann jeden Weg metergenau, weltweit, ohne sich zu verfahren und ohne jemals vorher da gewesen zu sein.“ Einen weiteren Vorteil sieht der Experte darin, dass die ausgearbeiteten Touren später Freunden oder anderen Interessierten zur Verfügung gestellt werde könnten. Im Internet gebe es zahlreiche Seiten, auf denen derartige Vorschläge zur Verfügung gestellt würden.

Für die Zukunft erwarten die beiden Fachleute einen noch größeren Boom der Outdoor-GPS-Navigation, schon jetzt sei die Nachfrage „riesengroß“, weiß Thomas Froitzheim. „Ich bekomme unheimlich viele Anfragen von Anfängern und von Fortgeschrittenen.“

Dass das Interesse aktuell steigt, zeigen auch neue Zahlen des Marktforschungsinstitutes GfK. Danach sind im vergangenen Jahr bundesweit fast 94 000 Outdoor-GPS Geräte über den Ladentisch gegangen sind, das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Da die GfK nur die Hälfte des Handels erfasst, dürfte die absolute Zahl der verkauften Geräte noch weitaus höher liegen. An GPS, fasst Froitzheim seine Erfahrungen zusammen, komme man als ambitionierter Radfahrer oder Wanderer, der sich gerne austausche, bald nicht mehr vorbei. Umso wichtiger, findet Detlef Bielinski, seien gezielte Hinweise auf die radlerspezifische GPS-Unterstützung beispielsweise auch in Bückeburg.




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