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185 000 Euro für 115 Kilometer / Scheie pocht auf Ausbau der "Kurzen Straße"

Netz der Gemeindestraßen ohne fundamentale Genesungschancen

Scheie (bus). Den Ortsrat Scheie haben während seiner konstituierenden Sitzung zahlreiche Sachstandsberichte beschäftigt. Es ging um Gemeindestraßen und Wege, Baugebiet, Außentoiletten des Dorfgemeinschaftshauses und Schulwegsicherheit. "Große Hoffnungen kann ich Ihnen nicht machen", lautete häufig der Grundtenor in den von Bauamtsleiter Karlheinz Soppe geschilderten Entfaltungsmöglichkeiten.

veröffentlicht am 04.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:20 Uhr

Hinsichtlich der Straßen und Wege wies Soppe darauf hin, dass beinahe alle in Frage kommenden örtlichen Verbindungen gesplittet worden seien. Was zwar keiner grundlegenden Sanierung gleichkomme, als Übergangslösung für ein bis zwei Jahre aber ausreiche. Die aktuellen Haushaltsansätze - 85 000 Euro für die Unterhaltung von Straßen, 100 000 Euro für deren Sanierung - stellten dem insgesamt 115 Kilometer umfassenden Gemeindestraßennetz kaum fundamentale Genesungschancen in Aussicht. Bei der Ausweisungörtlicher Baugebiete trat der Bauamtsleiter ebenfalls auf die Euphoriebremse. Angesichts von stadtweit etwa 500 freien Plätzen (250 in Bebauungsplangebieten, 250 als Lücken in bebauten Ortslagen) stünden auch hier die Chancen eher schlecht. Soppe empfahl, den Abschluss einer gegenwärtig laufenden Grundbesitzerbefragung und die für Ende 2007 erwartete verbindliche Aufstellung des neuen Flächenutzungsplanes abzuwarten. Die Reaktionen der Ortsratsmitglieder waren nicht von großer Freude geprägt. "Scheie fällt wieder hinten runter", sagte Reinhard Peter. Jens Meier meinte, die "gleichen Argumente seit zehn Jahren" zu hören. "Wir sollten vorrangig behandelt werden, bevor in anderen Ortschaften Plätze ausgewiesen werden", erklärte Gerhard Wilharm. Einem Antrag von Ortsbürgermeister Friedrich Meyer folgend, forderten die Lokalpolitiker einstimmig den Endausbau der "Kurzen Straße". Der Ausbau sei von den Anwohnern schließlich bereits bezahlt worden. Beim Thema "Außentoiletten" kamen sich die Parteien näher. Zwar war über die Zahl der abgeplatzten Fliesen, den Wandanstrich und die Demontage der Urinrinne keine grundsätzliche Einigung zu erzielen, aber das Angebot eventueller Eigenleistungen beließ dem Vorhaben Realisierungsmöglichkeiten. Jetzt sollen zunächst die Kosten ermittelt werden. WeitgehendeÜbereinstimmung förderte der Tagesordnungspunkt "Schulwegsicherheit" zutage. Zumal der Bauamtsleiter Zahlen einer im September organisierten Geschwindigkeitsmessung vorstellte, die relativ hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten dokumentierten. Etwa 36 Prozent der Autofahrer passieren die Ortseingänge mit mehr als 60 Stundenkilometer. Soppe: "Es müsste also etwas getan werden." Als mögliche Maßnahmen nannte er Querungshilfen oder Einengungen. Die Planungen sollten in Abstimmung mit dem Straßenbauamt vorangetrieben und 2007 abgewickelt werden.




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