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Am Freitag wird Ausstellung im Museum eröffnet: Raritäten und Fotos von August Hofmeister

Neu: "Für Kaiser und Reich nach Peking"

Rinteln (ur). Nachdem die Retrospektive zu Leben und Werk von Klaus Kinski von auswärtigen Ausstellungsmachern erstellt worden war, ist die neue Sonderschau im Museum Eulenburg durch und durch in Eigenleistung konzipiert worden.

veröffentlicht am 14.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Unter dem Titel "Für Kaiser und Reich nach Peking" zeichnet die Ausstellung den Lebenslauf des aus Rinteln stammenden Sergeanten August Hofmeister nach, dessen Sohn der heute noch vielen Rintelnern bekannte Zahnarzt August Friedrich Hofmeister war, der erst vor zwei Jahren verstarb und viele Jahrzehnte eine Praxis in der Weserstadt betrieb. Sein 1884 bei Blomberg geborener Vater August trat 1905 als Soldat in das 55. Westfälische Regiment ein, wechselte 1907 in das Ostasien-Detachement, wo er in der Schutzwache der Deutschen Gesandtschaft in Peking diente. Erst mit deren Auflösung im Jahre 1909 kehrte Hofmeister nach Deutschland zurück, trat in den Dienst der Reichsbank und verstarb 1962 als Pensionär. "Das Bemerkenswerte an diesem weitgereisten Rintelner war seine Leidenschaft für die Fotografie und sein unbedingter Wille, mit der Plattenkamera den Alltag seiner Kompanie und die fremde fernöstliche Welt zu dokumentieren", erläutert Museumsleiter Dr. Stefan Meyer. Hofmeister erlebte die exotische Welt Chinas in einer Periode des Übergangs, in der sich die Chinesen verstärkt gegen ausländische Herrschaft erhoben, die Kolonialisierung vorangetrieben und zugleich kulturelle und religiöse Traditionen vernichtet wurden. In den Wirren dieser Zeit entfaltete sich in Peking trotz alledem und ungeachtet divergierender Interessen ein reges gesellschaftliches Leben unter den kaum mehr als dreihundert Europäern und Amerikanern, die sich hier ständig aufhielten - auch dies hat Hofmeister festgehalten, der später den Ersten Weltkrieg vom ersten bis zum letzten Tag durchlitt und auch an den Grabenkämpfen vor Verdun teilnahm. Mehr als 50 Fotografien wurden für diese Ausstellung zusammengetragen, dieam morgigen Freitag um 16 Uhr eröffnet wird und bis einschließlich 18. Februar zu sehen ist. Darüber hinaus werden Kunstgegenstände, Dokumente und Raritäten aus dem Nachlass des Sergeanten Hofmeister gezeigt, die dieser als Erinnerung an seine Zeit im Fernen Osten mitgebracht hatte.




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