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„Museumsverein Bückeburg“ wird voraussichtlich dem „Schaumburg-Lippischen Heimatverein“ nachfolgen

Neue Trägergemeinschaft fürs Museum

Bückeburg. Für die Trägerschaft des Museums der Ex-Residenz zeichnet sich eine von allen beteiligten Seiten akzeptierbare Lösung ab. „Wir sind zuversichtlich, die Übertragung mit Wirkung zum 1. Januar 2014 vollziehen zu können“, erklärte Edeltraut Müller, die dem im Mai dieses Jahres aus der Taufe gehobenen „Museumsverein Bückeburg“ vorsitzt, während des offiziellen Vorstellungstermins des Vorhabens. Somit steht das Ende einer Diskussion in Aussicht, die im Kreis der Mitglieder des bisherigen Trägers, dem Schaumburg-Lippischen Heimatverein, allerhand Aufgeregtheiten hervorgerufen hatte.

veröffentlicht am 05.09.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 13:21 Uhr

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Unterschiedliche Auffassungen zu diesem Thema hatten im März dieses Jahres die ins Haus der Petrusgemeinde nach Steinhude einberufene ordentliche Hauptversammlung beträchtlich aus dem Ruder laufen lassen. Hintergrund der Debatte waren vor allen Dingen gegensätzliche Auffassungen über die Zukunft des Museums. „Es wurde deutlich, dass sich die Mitglieder in den Ortsgemeinschaften nicht mit dem Museum des Heimatvereins und auch nicht mit dem Heimatverein selbst identifizieren, sondern eigentlich nur mit ihren eigenen Ortsgemeinschaften“ hatte Müller, die damalige Vorsitzende der anno 1890 gegründeten Vereinigung, zu Protokoll gegeben. Während der im Juni im Restaurant „Altes Forsthaus“ tagenden außerordentlichen Hauptversammlung war der komplette Vorstand nicht wieder angetreten.

Jetzt soll es die von Edeltraut Müller (Vorsitzende), Bückeburgs früherem Kämmerer Horst Tebbe (stellvertretender Vorsitzender), Gudrun Mirbach-Prägler (Schriftführung) und Udo Bokeloh (Schatzmeister) repräsentierte Neugründung richten. Eine erste Gesprächsrunde zwischen Museums- und Heimatverein über die Modalitäten des Trägerschaftswechsels habe einen recht harmonischen Verlauf genommen und sei sehr konstruktiv gewesen, berichtete die Vorsitzende. „Und auch der Rest wird harmonisch über die Bühne gehen“, brachte sie ihre Überzeugung zum Ausdruck.

„Beide Vereine können sich gut ergänzen, es gibt keine Überschneidungen“, lautete die Einschätzung von Museumsleiterin Dr. Anke Twachtmann-Schlichter. „Die Stadt wird sich ihrer Verantwortung nicht entziehen“, betonte Bürgermeister Reiner Brombach, der dem Vorstand kraft Satzung und Amtes angehört. „Bückeburg blickt wohlwollend auf sein Museum.“ Diese Aussagen des Stadtoberhauptes sind deshalb von Interesse, weil der größte Teil des für den Betrieb des Museums erforderlichen Geldes nicht vom Schaumburg-Lippischen Heimat-Verein und aller Voraussicht nach auch nicht vom Museumsverein, sondern aus dem Etat der ehemaligen Residenzstadt bestritten wird.

Kommt als dritte Seite das Fürstenhaus ins Spiel, dem das historische Gebäude gehört. „Wir haben auch eine Konversation mit Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe geführt; er wäre bereit, das Haus zu übertragen“, schilderte Müller ein Detail dieser Unterhaltung.

Den Repräsentanten der Neugründung geht es nun insbesondere darum, den öffentlichen Bekanntheitsgrad zu erhöhen sowie zusätzliche Mitglieder, Sponsoren und ehrenamtliche Helfer zu gewinnen. Was auch deswegen notwendig sei, um die Modernisierung der Einrichtung weiter voranzutreiben, pädagogische Konzepte umzusetzen und geplante Ausstellungen zu finanzieren, erläuterte Twachtmann-Schlichter. Zudem sei die Inventarisierung zu forcieren, das Veranstaltungsprogramm aufrechtzuerhalten und die Fortführung der erklärenden Publikationen sicher zu stellen. „Die Museumsleitung soll möglichst frei arbeiten können“, fügte Müller in diesem Zusammenhang an.

Zweckbestimmung und Aufgaben des Museumsvereins sind laut Satzung: den Sinn für Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte sowie Archäologie zu pflegen und zu fördern. Diesen Zweck im Wesentlichen durch die Unterhaltung des Museums mit historischer Bibliothek und in diesem Rahmen durch Vorträge, Ausstellungen, Veröffentlichungen und andere in der Museumsarbeit übliche Vermittlungsformen anzustreben sowie die Sammlung des Museums nicht zu veräußern.

Das Tätigkeitsgebiet des Vereins umfasst satzungsgemäß die Stadt Bückeburg und das ehemalige Land Schaumburg-Lippe. Der Zusammenschluss erkennt die Statuten und Richtlinien des Deutschen Museumsbundes und des Internationalen Museumsrates an. Die Mitgliedschaft kostet für Erwachsene 35 Euro pro Jahr, für Schüler und Studenten gilt ein verminderter Beitragssatz in Höhe von 10 Euro. „Freiwillige Aufstockungen nach oben sind jederzeit möglich“, fügte Schatzmeister Bokeloh hinzu.




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