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Kammabtrag am Messingsberg nicht realisierbar / Damm schützt den laufenden Betrieb

Neues Konzept: Zaun drum und zusperren

Rinteln/Stadthagen (SR). Genau sieben Jahre, vier Monate und drei Tage nach dem Bergrutsch im Steinbruch Steinbergen hat die Betreiberfirma NNG am Donnerstag Politik und Öffentlichkeit über ihr ,,Sanierungskonzept“ im Umweltausschuss des Kreistages informiert. Das Ergebnis der jahrelangen Bemühungen auf einen kurzen Nenner gebracht: Einen Zaun um die Absturzstelle ziehen und die Öffentlichkeit auf immer und ewig aussperren.

veröffentlicht am 16.04.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 02:41 Uhr

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Damit schlagen die Steinbruchbetreiber vom Messingsberg jetzt genau die Lösung vor, die schon Nabu und die in der Aktionsgemeinschaft ,,Rettet die Weserberge“ zusammengefassten Umweltschutzgruppen seit Jahren fordern. Allerdings mit einem kleinen Unterschied: Während die Aktionsgemeinschaft Kompensation für den angerichteten Schaden forderte und eine Aufgabe des Steinbruchs oder des Nachbarbruchs in der Westendorfer Egge vorschlug, stellt das neue NNG-Konzept sicher, dass der Betrieb in Steinbergen ungeachtet nach wie vor bestehender Abrutschgefahr störungsfrei die nächsten Jahrzehnte weiter laufen kann.

In der Ausschusssitzung ließ die Vertreterin des Landschaftsplanungsbüros Luckwald die vergangenen sieben Jahre Revue passieren. Die nach den Sofort-Sicherungsmaßnahmen (Zaun und Messgeräte) diskutierten Sanierungsmaßnahmen hätten sich alle als problematisch erwiesen. Im Bereich der Abbruchkante sei das Gestein nach wie vor locker und extrem absturzgefährdet. Gleiches gelte für den sich anschließenden Bereich, der bereits durch Vorsprengungen abgestützt worden aber nach wie vor instabil sei. Lediglich das Gebiet rund um das Steinzeichen könne als standsicher gelten. Erste Pläne, den Kammbereich abzutragen, seien damit hinfällig, die Arbeitssicherheit sei nicht gewährleistet.

Als letzte und daher wohl auch einzige Lösung bleibe, das Areal gänzlich zu sperren. Der jetzt schon südlich des Kamms verlaufende Sperrzaun könne dabei Richtung Norden zurückversetzt werden. In Teilbereichen, dort wo der Hang abgerutscht ist, müsse der Zaun verstärkt werden, da bei einem zu erwartenden erneuten Abrutsch auch Steine Richtung Süden fliegen könnten. Der Zaun würde künftig zweimal jährlich überprüft, nötige Reparaturen sofort ausgeführt. Nach Norden hin soll der Hang durch einen 710 Meter langen und zum Berg hin vier Meter hohen Wall geschützt werden. Wall und brachliegende Flächen könnten sich durch Sukzession zu einem wertvollen Naturareal entwickeln – allerdings einem für Menschen abgesperrten.

Für die Betreiber hat der geplante Schutzwall, der angeblich auch einen kompletten Kammabrutsch aufhalten soll, einen Nebeneffekt: Bei Abrutschgefahr des Hanges fallen Brecher und Mischanlagen des Steinbruchs derzeit in die Gefahrenzone 2, die geräumt werden müsste. Dank des Dammes, der bis in die bereits rekultivierten Bereiche hineingezogen werden soll, könnte der Betrieb künftig im Fall des Falles störungsfrei weiter laufen.

Auf Nachfragen erklärten die Betreiber, dass nach Schließung des Steinbruchs nach Abbauende die Sicherungspflicht von Zaun und Damm auf den Grundstückseigentümer, also das Fürstenhaus, übergehe. Für die regelmäßig zu erfolgenden Kontrollen der Sicherungsanlagen sehen die Betreiber die Stadt Rinteln als Ordnungsbehörde in der Pflicht.




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