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Politiker wollen Treppenlift für Gaststätte am Nienstädter Sportplatz

Nicht auf Fahrstuhl abgefahren

Nienstädt (gus). Der Bauausschuss der Gemeinde Nienstädt will lieber einen Treppenaufzug als einen Fahrstuhl im Vereinsheim am Schierbachstadion installieren. Das würde etwa 20 000 Euro sparen.

veröffentlicht am 05.04.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 19:42 Uhr

Einig sind sich Politiker und SV Nienstädt 09 darüber, dass das Vereinsheim für Menschen mit Gehbehinderung besser zugänglich gemacht werden soll. Der SVN 09, der Pächter der dortigen Gaststätte ist, wünscht sich einen Aufzug, der zwar kein Kabinenlift wäre, aber in einem Glasgehäuse auf und ab fahren würde. Ein Kostenvoranschlag existiert ebenfalls schon – demnach würde ein Lift vom Typ Kalea A2 der Bielefelder Firma „Hiro-Lift“ 30 000 Euro kosten.

Das erschien der Mehrheit im Bauausschuss reichlich teurer. Ein zweites Angebot für einen Treppenlift, der es Gehbehinderten ersparen würde, die extrem steilen Stufen hinaufzusteigen, sagte den Politikern schon eher zu. Die Installation würde voraussichtlich nur 10 000 Euro kosten. Der genaue Preis soll aber erst ermittelt werden. Ein Gegenargument lautete, dass die Treppe für die Zeit, in der „Passagiere“ mit dem Lift befördert werden, nicht benutzbar wäre, weil sie sehr eng ist.

Dennoch bevorzugte der Ausschuss diese Lösung, vorbehaltlich einer exakten Kostenkalkulation. Umgesetzt soll die Maßnahme, die der Gemeinderat ohnehin erst beschließen müsste, aber erst, wenn die geplanten energetischen Verbesserungsarbeiten und das Streichen der Fassade erledigt sind.

Die Politiker gaben sich nicht der Illusion hin, das Vereinsheim würde mit dem Lift zu einem behindertengerechten Gebäude. Rollstuhlfahrer scheitern nämlich bereits an den Treppenstufen kurz hinter dem Kassenhäuschen, so Thomas Künzel (Grüne). Auch die Toiletten seien nicht behindertengerecht, fügte Heike Kording (SPD) hinzu. Nach Worten des Ausschuss-Vorsitzenden, Wolfgang Hoppe (CDU) wäre ein Umbau nicht möglich – aus Platzgründen.

Bürgermeister und Vereins-Vize Gerd Widdel (SPD) hält nichts von dem Treppenlift. Ihm wäre der Fahrstuhl lieber. Auch vom Vorschlag des Gemeindedirektors, Rolf Harmening, der Verein, der schließlich Nutznießer der Investition wäre, soll die Kosten übernehmen, will Widdel nichts wissen.

Der Vorstoß, die Gaststätte mit einer Beförderungsanlage zu versehen, ist nach Angaben der Verwaltung von mehreren Nienstädter Organisationen gemacht worden. Diese monierten, dass viele ältere Mitglieder die lange, steile Treppe nicht oder nur extrem mühsam bewältigen können.




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