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Sportforum: Kulturausschuss diskutiertüber Gremiengründung

"Nicht jeder Sportverein muss eine Koronargruppe anbieten"

Rinteln (wm). Nachdem der Rat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause die Bildung eines Sportforums beschlossen hat, einigte sich der Kulturausschuss darauf, dass die Verwaltung Sportvereine, Schulen, Kindergärten, Gesundheitsamt, Krankenkassen und Kreissportbund anschreiben und zu einer Gesprächsrunde einladen soll.

veröffentlicht am 12.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

In der Diskussion wurde schnell klar, dass erst in einer solchen Runde geklärt werden kann, was ein solches Forum überhaupt leisten soll. SPD-Fraktionssprecher Klaus Wißmann wies darauf hin, ein Gremium mit 100 Mitgliedern - und die kämen schnell zusammen, wenn man alle Rintelner Vereine berücksichtige - sei sicher nicht arbeitsfähig. Unterschätzen sollte man auch nicht die Rivalitäten, das "Thekendenken" unter den Vereinen. Kämen noch die kommerziellen Anbieter mit an den Tisch, könnte es schnell kompliziert werden. Jürgen Maack (WGS) appellierte an seine Ausschusskollegen, die Sache doch zunächst einmal "positiv" anzugehen. Er sei überzeugt, dass sichdurch eine "Spezialisierung", durch eine Optimierung der Angebote auch eine bessere Qualität erreichen ließe: Nicht jeder Verein müsse eine Koronargruppe anbieten, nicht jeder Tennisverein eine eigene Halle für die Wintersaison bauen. So sah es auch Dieter Horn (SPD): Es sei sicherlich sinnvoll, wenn sich die Fußballer aus allen Vereinen zusammensetzten, aber nicht Reiter und Kanuten - hier sei die Interessenlage wohl doch zu unterschiedlich. Peter Specht, Vorsitzender des Kanu-Clubs empfahl, in einem Sportforum könnten Probleme erörtert werden, die alle Vereine betreffen, beispielsweise der Mangel an Übungsleitern. Thomas Fricke bezweifelte, ob esüberhaupt eine entsprechende Resonanz der Vereine gebe: "Wir haben genug Sportvereine, und die organisieren sich ja." Auch Peter Specht ist da skeptisch: "Die Ehrenamtlichen werden schnell merken, ein Sportforum ist mit Arbeit verbunden, und Arbeit haben sie schon genug in ihren Vereinen." Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz machte darauf aufmerksam, dass es bei bestimmten Projekten schon heute eine von der Verwaltung moderierte Absprache gibt. So habe man sich jüngst mit Vereinsvertretern und Physiotherapeuten zusammengesetzt, um Walking-Strecken im Stadtgebiet zu testen und festzulegen. Im Kulturausschuss wurde auch der Vorschlag gemacht, wenn schon ein Sportforum eingerichtet werde, dann sollte es auch ein Sportbüro als Anlaufstelle für die Vereine geben. Hier schritt Buchholz ein: Die Arbeitsbelastung der Verwaltung sei ausgereizt. Übrigens: Entwickelt wurde die Idee für ein Sportforum ursprünglich von der Gemeinde Sankt Augustin, die dazu ein Gutachten einholte. Die dort vorgeschlagenen Maßnahmen sind nicht in vollem Umfang verwirklicht worden. Der Grund: Kein Geld.

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