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Hallenbad „Badewonne“ in Nordsehl will Gesundheitsaspekt weiter verstärken / Tretbecken geplant

Nicht nur für Alte: Kneipp, aber nicht zu knapp

Nordsehl (gus). Das Hallenbad „Badewonne“ in Nordsehl will sich künftig stärker auf das Thema Kneipp konzentrieren. Fördervereinsvorsitzender Rolf Wöbbeking geht es dabei auch um das Aufheben des Vorurteils, Kneipp sei ausschließlich etwas für ältere Semester.

veröffentlicht am 20.10.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 14:22 Uhr

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Mehr Kneipp in der Badewonne – an den Grundsätzen des Nordsehler Hallenbad-Betriebs muss sich dafür eigentlich nichts ändern, erklärt Wöbbeking. Es gebe weitreichende Übereinstimmungen zwischen Kneipp und Badewonne – beide setzten sich eine ganzheitliche Gesundheitsförderung zum Ziel. Nicht umsonst nennt Wöbbeking als Leitmotiv der Badewonne bereits seit geraumer Zeit „Körper, Geist und Seele“.

Die fünf Kneipp-Wirkprinzipien sind Ernährung, Wasser, Bewegung, Heilpflanzen und Lebensordnung. Wasser und Bewegung sind gewissermaßen der Ursprung der Badewonne, die mittlerweile außer dem Hallenbad auch über einen Gymnastikraum verfügt. Der Bereich „Lebensordnung“ ist laut Wöbbeking mit dem Seniorentreffen „Klönschnack“ bedient. Damit tue die Badewonne auch etwas für die Seele. „Alles, was in Gemeinschaft geschieht und Spaß macht“, beschreibt Wöbbeking das Angebot.

Die anderen Prinzipien könnten Inhaltsgeber möglicher neuer Kneipp-Kurse in der Badewonne sein. Dazu wären entsprechende Schulungen der Kursleiter nötig, sagt Gerold Barre, Vorsitzender des Kneipp-Landesverbandes Niedersachsen beim Pressegespräch im Bad Pyrmonter Hotel „Senator“.

Dort verbringen gerade Sofie Radke und Monika Günter eine Wohlfühl-Woche mit Kneipp-Anwendungen. Die beiden Nordsehlerinnen haben diesen Aufenthalt bei der Weihnachtstombola der Badewonne gewonnen. Kneipp hat es also auch bisher schon gegeben in dem Hallenbad. Auch vereinzelte Kurse wurden bereits angeboten.

Wöbbeking räumt ein, dass bestimmte Anwendungen wie Tautreten im nassen Gras und Kneippsche Güsse auch jetzt im Bad möglich wären. Doch der Fördervereinsvorsitzende will mehr. Es müssten bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Ein Becken zum Wassertreten wäre ein Anfang. Wie weit die Pläne gehen, will Wöbbeking noch nicht verraten. Radke, der die Anwendungen in Bad Pyrmont gut gefallen haben, sagt spontan: „Wenn es ein Tretbecken gäbe, würde ich es auch benutzen.“

Analog zu den aktuellen Bestrebungen des Kneipp-Landesverbandes, will auch die Badewonne Nordsehl neue Zielgruppen für Kneipp-Anwendungen finden. Nicht erst seit gestern bemühen sich Kneippianer darum, in Kindergärten und Grundschulen für ihre Methoden zu werben. Dies sei auch ein mögliches Betätigungsfeld in der Samtgemeinde Niedernwöhren und Umgebung.

Wann die Kneipp-Offensive startet, ist ebenso offen, wie deren Umfang. Allzu lange dürfte es aber nicht mehr dauern. Wöbbeking ist dafür bekannt, Dinge nicht auf die lange Bank zu schieben, und im Fördervereinsvorstand weiß man, dass es in dem Hallenbad allmählich eng wird. 1100 Besucher kommen durchschnittlich pro Woche - zu Beginn im Jahr 2006 waren es 500. Dazu sind noch wöchentlich etwa 200 Besucher in der Gymnastikhalle zuzurechnen.




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