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Totschlag am Bornbrink: Kein dringender Tatverdacht mehr / 42-jähriger Bückeburger ist wieder auf freiem Fuß

Nicht passende DNA-Spur entlastet Verdächtigen

Bückeburg (rc). Der Tatverdächtige im Totschlagsfall vom Bornbrink ist wieder auf freiem Fuß. Ein gegen den 42-jährigen Bückeburger verhängter Haftbefehl wurde aufgehoben. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Bückeburg, Klaus-Jochen Schmidt, auf Anfrage: "Ein dringender Tatverdacht ist derzeit nicht gegeben."

veröffentlicht am 19.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

Mit Hinweis auf das weiter laufende Ermittlungsverfahren teilte der Sprecher zu den Gründen mit, dass "die Untersuchungsergebnisse nicht ausschließen, dass ein weiterer an der Tat beteiligt gewesen sein könnte". Dass sich der Verdächtige bereits seit zehn Tagen wieder auf freien Fuß befinde, sei ebenfalls aus ermittlungstaktischen Gründen bisher nicht der Öffentlichkeit mitgeteilt worden. Der Leichnam der 49-jährigen Barbara M. war Mitte Oktober unter "einigen Ungereimtheiten" und "unklarer Spurenlage" in der Wohnung des Opfers am Bornbrink gefunden worden. Erwürgt, bestätigten sich nach der Obduktion die Zweifel der Ermittler. Bereits vier Tage später konnte die Polizei einen dringend Tatverdächtigen festnehmen, das Amtsgericht erließ Haftbefehl (wir berichteten). Nach Informationen unserer Zeitung hat die Auswertung der am Leichnam gefundenen DNA-Spuren nun zur Freilassung des Verdächtigen geführt. Zwar wurden auch von ihm DNA-Spuren am Leichnam der Frau gefunden. Da er aber ein Verhältnis mit dem Opfer hatte, wie er in den Vernehmungen aussagte, konnten sie durchaus dorthin gekommen sein. Aber am Leichnam fanden sich "überdeckende DNA-Spuren" einer zweiten Person, so Informationen unserer Zeitung. Sie können bisher nicht zugeordnet werden, lassen aber den Schluss zu, dass jemand anderes für den Tod der Frau verantwortlich sein könnte. Um das zu verifizieren, ermittelt die Polizei derzeit auch in diese Richtungen. Als erstes wurden DNA-Proben aller Polizeibeamten, Sanitäter, Ärzte und Bestatter angeordnet, um herauszufinden, ob einer von ihnen während der Untersuchungen mit dem Leichnam der Frau in Kontakt gekommen war. Die Analyse dieser Proben durch das Landeskriminalamt kann einige Wochen in Anspruch nehmen.




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