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Vergünstigungen für Besucher aus Niedersachsen

„Niedersachsen-Wochen“ in der Hofreitschule

Bückeburg (rd). Könige auf edlen Rössern, Rosseballett in höfischem Glanz: Ob in Versailles oder Kopenhagen, bei den Welfen oder in Preußen – im Barock wurde die klassische Reitkunst an allen Fürstenhöfen kultiviert. 250 Jahre nach ihrer Blütezeit erlebt die „Kunst, sich zu Pferde zu tummeln“ eine Renaissance: An Deutschlands einziger Hofreitschule Bückeburg erstrahlt der höfische Kult in neuem Glanz.

veröffentlicht am 24.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 07:41 Uhr

Vor zweieinhalb Jahren kehrte in Marstall (erbaut 1610) und Reithaus (1608) die höfische Prachtentfaltung zurück. Seitdem hat sich die Zahl der Besucher versechsfacht – von anfangs 8000 auf erwartete 50 000 in diesem Jahr. Im Galopp durchmisst eine Dauerausstellung im Pferdemuseum die Geschichte des barocken Reitens. Besonders Kinder schätzen es, die ausgefallenen, historischen Reitsättel ausprobieren zu können. In diesem Jahr lockt zusätzlich eine Sonderausstellung zum Thema „Graf Wilhelm“. Der politisch bedeutendste Vorfahr des jetzigen Fürsten zeichnete im 18. Jahrhundert verantwortlich für viele technische Erfindungen und die Eigenständigkeit Portugals, dessen Militär er tatkräftig gegen die spanischen Übergriffe wappnete und eine eigene berittene Elitegarde, die „Schwarzen Reiter zu Bückeburg“, deren Wiederbelebung sich die Hofreitschule seit Jahren widmet.

Hier, am einstigen Regierungssitz der Fürsten zu Schaumburg-Lippe, haben sich vor sieben Jahren die Familie Krischke und ihr Bereiterteam mit 22 edlen Pferden niedergelassen. Unter prächtig gewandeten Hofbereitern passagieren königliche Hengste aller sieben heute noch erhaltenen Barockrassen – eine weltweit einmalige Kollektion, die jährlich Zehntausende Besucher verzaubert. Die berühmten Reit-Akademien von Wien, Jerez de la Frontera (Spanien) und Queluz (Portugal) leisten sich jeweils nur eine Rasse.

Die Lichtgestalten der Hohen Schule waren die ersten, die sich von den martialischen Ausbildungsmethoden lossagten und das chevalereske Zeremoniell des Hofes zur Reitkunst erhoben. Dem Manegenchef des Sonnenkönigs, Antoine de Pluvinel, war jede Gewaltanwendung zuwider: „Mit der Anmut der Pferde verhält es sich wie mit dem Duft der Blüten: Einmal geknickt, kehren beide nie zurück.“ Die Hofbereiter von Schaumburg-Lippe eifern ihren legendären Vorbildern nach: Eleganz und Anmut statt Medaillen und Rekorde, viel Lob, kein Kadavergehorsam. Die Reitkünstler verstehen sich als Anwälte der Pferde: „In den Reitkunstvorführungen versuchen wir, unseren Gästen zu veranschaulichen, dass es noch etwas anderes gibt als sportlichen Drill und militärische Befehlsgewalt.“

Vom 24. Juli bis zum 8. August feiert die Hofreitschule „Niedersachsen-Wochen“. Wer seinen Ausweis vorzeigt und in Niedersachsen wohnt, darf den Marstall mit dem Stall der fürstlichen Hengste und dem Marstallmuseum kostenlos besichtigen. „Die Hofreitschule ist ein weltweit einmaliger Leuchtturm der Reitkultur Europas, und es kann nicht angehen, dass es immer noch Niedersachsen gibt, die diesen Schatz nicht besucht haben!“, begründet die Direktorin Christin Krischke die Initiative. Mit dieser Aktion möchten die Hofbereiter auch Familien ermutigen, den Weg nach Bückeburg zu finden und die unvergleichlich schönen Pferde zu besuchen. Zusätzlich werden an den Wochenenden um 15 Uhr Reitkunstvorführungen und am 1. August um 12 Uhr eine „Morgenarbeit“ (öffentliches Training) angeboten.

Für genauere Terminauskunft und Kartenreservierung hat die Hofreitschule eine Servicehotline eingerichtet: (0 57 22) 89 83 50. Und auch auf der Homepage gibt es einen aktuellen Terminkalender: www.die-hofreitschule.de




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