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Ahnser Ortsfeuerwehr fordert ein neues, sicheres Einsatzfahrzeug

„Niemand, der in diesem Auto sitzt, überlebt“

AHNSEN. Schon lange ist es im Gespräch, dass die Ortsfeuerwehr Ahnsen ein neues Einsatzfahrzeug braucht. Denn das jetzige, ein inzwischen 33 Jahres altes Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), hat seine Zeit gehabt. Zwar hat der Oldtimer jüngst noch einmal den Segen des TÜV erhalten, doch fährt immer auch ein mulmiges Gefühl mit, wenn die Brandschützer mit diesem Vehikel zu Einsätzen ausrücken.

veröffentlicht am 15.02.2018 um 12:51 Uhr
aktualisiert am 15.02.2018 um 15:20 Uhr

Dirk Hahne (Vize-Kreisbrandmeister) heftet Nina Dreßel wegen deren Dienstjubiläum eine Ehrennadel an die Uniformjacke. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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„Mit diesem Fahrzeug möchte man keinen Verkehrsunfall haben“, formulierte es Martin Weihmann, der Fahrzeug- und Gerätewart der Ortsfeuerwehr, bei deren jetziger Jahresversammlung. Dabei spielte er auf die gegenüber modernen Einsatzfahrzeugen fehlende Sicherheitsausstattung des betagten TSF an. Sicherheitsgurte für die bis zu sechs Insassen hat der Mercedes-Benz nämlich nicht, ebenso keine Kopfstützen an den Sitzen.

„Ich möchte wetten, dass, wenn wir mit diesem Fahrzeug einen Unfall haben, niemand, der drinsitzt, überlebt“, verdeutlichte Weihmann die Notwendigkeit einer Ersatzbeschaffung. Ohnehin schon würden Feuerwehrleute bei vielen Einsätzen ihr Leben aufs Spiel setzen, um Menschen zu retten und Brände zu löschen, merkte er an. „Und da sollte man ihnen zumindest ein sicheres Fahrzeug zur Verfügung stellen, mit dem sie sicher zum Einsatzort kommen.“

Außerdem, so Weihmann, lasse die Motivation der Aktiven nach, wenn diese nicht auch mal ein „angemessenes Fahrzeug“ erhalten, sondern stattdessen noch weitere Jahre mit dem alten Tragkraftspritzenfahrzeug Baujahr 1985 zurechtkommen müssen, das „nur noch für die Wasserförderung, aber zu sonst nichts“ reiche. Dies vor dem Hintergrund, dass es der Ahnser Ortsfeuerwehr gelungen sei, weitere Mitglieder für den aktiven Dienst hinzuzugewinnen.

Eilsens Samtgemeindebrandmeister Hartmut Krause gratuliert Ole Grimmig (rechts) zu dessen jüngster Beförderung. Foto: wk
  • Eilsens Samtgemeindebrandmeister Hartmut Krause gratuliert Ole Grimmig (rechts) zu dessen jüngster Beförderung. Foto: wk

Vor Weihmanns nachdrücklichem Appell hatte Bernd Schönemann, der Bürgermeister der Samtgemeinde Eilsen, bei der Versammlung berichtet, dass – „vorbehaltlich des Ratsbeschlusses“ – ein Betrag in Höhe von 110 000 Euro für die Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges in den Haushalt der Samtgemeinde eingeplant werden soll. Konkret solle dieses Geld für den Kauf eines Tragkraftspritzenfahrzeuges mit Wassertank (TSF-W; 90 000 Euro) nebst entsprechender „Beladung“ (Ausrüstung; 20 000 Euro) bereitgestellt werden.

Alle vier Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde seien „gleich wichtig“, hatte Schönemann betont. Und deshalb müsse man der Ortsfeuerwehr Ahnsen ebenfalls ein „vernünftiges Fahrzeug“ zur Verfügung stellen. Zumal es deren Aktiven sicherlich auch keine große Freude mache, mit einem derart alten Fahrzeug wie dem dort vorhandenen TSF für Ernstfälle zu üben.

Der Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Eilsen, Hartmut Krause, hatte Schönemanns Ausführungen dergestalt ergänzt, dass der Kommune inzwischen zwei Vorführfahrzeuge angeboten worden seien. Und er selbst sei „bester Hoffnung“, dass 2017 ein neues TSF-W für die Ortsfeuerwehr Ahnsen angeschafft und noch im Herbst an diese übergeben wird.

Im Vorfeld hatte Ole Grimmig, der Ortsbrandmeister, bei der Versammlung auf die positive Mitgliederentwicklung hingewiesen, die die aktuell insgesamt 114 Mitglieder (einschließlich einer Sonder-Mitgliedschaft des TSV Ahnsen) zählende Ortsfeuerwehr im vergangenen Jahr genommen hat. Verfügte diese Anfang 2017 nur noch über sechs Aktive, habe man mittlerweile wieder neun aktive Brandschützer in den eigenen Reihen, berichtete er, und unterstrich: „Somit haben wir im Jahr 2017 fünfzig Prozent mehr an Leuten hinzugewonnen!“

Eine Entwicklung, die unter anderem aus einer Mitgliederwerbeaktion resultiert, in deren Rahmen Grimmig und seine Mitstreiter eine Woche lang, von Montag bis Freitag, in Ahnsen unterwegs gewesen waren, um an die rund 400 Haushalte des Ortes Handzettel zu verteilen, um die Einwohner damit über die massive Personalnot der Ortsfeuer zu informieren.

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