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Junge Adolfiner erfreuen Publikum mit szenischer Collage

"Niemand" sorgt für Spielfreude auf der Bühne

Bückeburg (vhs). Was Spielfreude ausmacht, wussten die Adolfiner des achten Jahrgangs zu demonstrieren, als sie ihre Szenen-Collageüber einen Mann namens "Niemand" auf die Bühne brachten. Als Vorlage diente eine Erzählung von Rudolf Otto Wiemer. Wortwitz beherrscht die Szene, aus Gejammer und Gezeter werden Wahlversprechen: "Niemand kämpft für Arbeitsplätze!"

veröffentlicht am 13.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

In Nixstadt ist nämlich Wahlkampf angesagt - Adventszeit für Politiker, ein Bürgermeister wird gesucht. Niemand kandidiert. Gute Parolen sind gefragt. Wie in der rauen Wirklichkeit gibt es Politikberatung, ein Arbeitslosenchor erhebt die Stimme. Musiker mischen mit, vorneweg die halbstarken "Nobodys", von denen am Adolfinum sicher noch mehr zu hören sein wird. Ihr Alternativprogramm zu "Klingglöckchen" kommt an bei den Gästen, auch dank der technischen Unterstützung der Mannen um Edgar Bruns. "Niemand liebt mich", steht nicht am Beginn einer Enthüllung. Solche Sätze schaffen schnell eine Brücke zwischen Elternhaus und Schule. Kaum jemand behält einen klaren Kopf bei Kleidertausch, Rollenwechsel und Mehrfachbesetzung. Timo Egemann und seine Schüler aus dem Wahlpflichtkurs Darstellendes Spiel haben sich einiges einfallen lassen, um Dynamik und Intensität ins Bühnengeschehen zu bringen, etwa durch chorische Formationen. Am Ende ist das Verwirrspiel perfekt, der Wähler hat entschieden: Niemand ist gewählt, weil keiner der drei Kandidaten die nötigen Stimmen bekommen hat, nicht einmal Niemand. Aus dem großen ambitioniert aufspielenden Ensemble jemanden namentlich hervorzuheben, würde niemand anderem dienen als dem Götzen Eitelkeit. Nach verdientem Applaus gab es für die Akteure eine besondere Würdigung. Hans Ulrich Gosemann, der neue Schulleiter des Adolfinums, bedankte sich bei allen Mitwirkenden mit einem kleinen Präsent für den unterhaltsamen Abend und den engagierten Beitrag zum Schulleben.




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