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Beseitigter Kohleturm am Georgschacht war Brutstätte

Nistplätze gesprengt: Neue Herberge für Uhupärchen

Stadthagen (han). Rettungsaktion für zwei Exemplare einer stark bedrohten Tierart: Eines von niedersachsenweit nur noch 80 Uhu-Pärchen hat durch die Sprengung des Kohleturms am Georgschacht seine unverzichtbare Brutstätte verloren. Dieser Tage ist deshalb in unmittelbarer Nähe ein Ersatz-Nistkasten installiert worden.

veröffentlicht am 06.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Manchmal suchen sich Uhus ungewöhnliche Nistplätze aus. Für den An- und Abflug sind hoch gelegene Felsvorsprünge in Steinbrüchen eigentlich am besten geeignet. Nicht so jedoch für eines der sechs nistenden Uhupärchen, die es in Schaumburg noch gibt. Dieses hatte sich die oberen Etagen eines 40 Meter hohen Kohleturms am Georgschacht für die Aufzucht des Nachwuchses ausgewählt. Schade nur, dass sich das Pärchen für das nächste Jahr eine neue Brutstätte wird suchen müssen, denn der Kohleturm wurde im August gesprengt, um einer Biogasanlage Platz zu machen (wir berichteten). Um bei der Suche behilflich sein zu können, wurde die Naturschutzbehörde des Kreises beteiligt, die den Betreiber der Biogasanlage nicht nur dazu verpflichtete, mit der Sprengung so lange zu warten, bis die Uhu-Jungen flügge sind, sondern auch auf die Einrichtung von Ersatzbrutkästen bestand. Dazu wurden zwei benachbarte Gebäude mit entsprechender Höhe ausgewählt, da das Starten und Landen in Bodennähe dem Vogel des Jahres 2005 schwer fällt. Eines der beiden Gebäude ist denkmalgeschützt, so dass auch der längere Erhalt des Brutkastens gesichert ist. Im Laufe des Dezembers fangen die Uhus mit der Balz an. Rechtzeitig hat es der Raiffeisen-Landbund als Betreiber der Biogasanlage geschafft, in direkter Nähe einen Ersatznistkasten zu installieren. In einer Halle neben dem Wasserturm wurde in großer Höhe ein Kasten hinter eine Wand montiert - mit Öffnung nach außen. Ob diese Maßnahme Erfolg haben wird, zeigt sich allerdings erst in vier bis fünf Monaten, wenn die Brutzeit beginnt. Die Aussichten auf einen neuen Brutplatz stehen recht gut. Mit dem Umsiedeln von brütenden Uhupärchen haben die Fachleute bereits Erfahrung, da in dem vom Uhu bevorzugten Lebensraum, den Steinbrüchen, häufig aufgrund von Sprengungen Ersatzbrutplätze geschaffen werden müssen. Zum Thema




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