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Tschernobyl-Arbeitsgemeinschaft verstärkt ihre Bemühungen / Lebens- und Ausbildungshilfe im Mittelpunkt

Noch 200 Kinder warten derzeit auf Paten aus Schaumburg

Bad Eilsen (sig). Die Hilfsaktion für notleidende Familien und Einrichtungen rund um das weißrussische Patendorf Swonez kann weitergehen. Auch Ferienkinder sollen 2007 wieder eingeladen werden. "Wir lassen uns von unserem Weg nicht abbringen, auch wenn der Diktator Lukaschenko Kontakte mit dem Westen sehr erschwert und darin eine Infiltrationsgefahr sieht", unterstrich Friedrich Winkelhake die Position der Eilser Tschernobyl-Arbeitsgemeinschaft.

veröffentlicht am 02.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:20 Uhr

Im Laufe des Jahres sind bislang rund 8000 Euro an Spenden zusammen gekommen. Mit dem Erlös des für den Sonnabend, 16. Dezember, vorgesehenen Benefiz-Konzertes der "Bückeburger Jäger" im Eilser Kursaal könnte die stattliche Summe von 10 000 Euro erreicht werden. Damit besteht die Möglichkeit, erneut dort Hilfe zu leisten, wo die Not am größten ist. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gelehrt, dass es nur noch wenig Sinn macht, von hier Transporte mit Hilfsgütern auf die Reise zu schicken. Die lange Anreise, die bürokratischen Zollformalitäten, die Wartefristen an der Grenze und die Einfuhrzölle verderben allen Beteiligten den Spaß. Deshalb sind die Verantwortlichen der Eilser Tschernobylhilfe dazu übergegangen, die notwendigen Maßnahmen direktvor Ort finanziell zu unterstützen. Das gilt vor allem für den schulischen und den medizinischen Bereich, für Jungen und Mädchen im Kindergarten, aber auch für die gezielte Förderung von beruflicher Ausbildung. Bislang war es schwierig, Adressen von den Familien oder auch von alleinstehenden Personen zu erhalten, die besonders hilfsbedürftig sind. Dazu gehören zum Beispiel Kranke und Behinderte. Jetzt liegt dem Vorstand endlich einmal eine brauchbare Liste vor, die von einer Vertrauensperson zusammengestellt worden ist. Friedrich Winkelhake und sein Helferteam streben an, in Swonez eine Kommission zu bilden, die Vorschläge unterbreitet für die Förderung von Projekten und die Zuweisung von Mitteln. Vor Ort habe man nun einmal die beste Übersicht, wo am sinnvollsten geholfen werden kann. Im zu Ende gehenden Jahr sind immerhin rund 11 000 Euro für solche Maßnahmen aufgebracht worden - eine beispielhafte Hilfe aus dem Einzugsbereich der Eilser Arbeitsgemeinschaft. In der Jahreshauptversammlung im evangelischen Gemeindehaus regte Winkelhake auch noch einmal an, das Netz der Patenschaften für Kinder zu vergrößern. Wer in der Lage sei, zweimal im Jahr zwischen 30 und 50 Euro für diesen Zweck zu opfern, sollte sich melden. Es bestehe durchaus auch die Chance zu einem persönlichen Kontakt mit denen, die dadurch bedacht werden. Zurzeit seien noch 200 Kinder ohne Paten. Bei der Beratungüber die Ferienaktion im kommenden Sommer wurde die Bitte geäußert, dass die Kinder etwas älter sein sollten. Das Heimweh bereite zum Beispiel Siebenjährigen große Probleme. Da sei es schon besser, Jungen und Mädchen erst ab dem Alter von zehn Jahren auf die Reise zu schicken. Ebenso wichtigsei es, dass wirklich nur diejenigen Kinder kommen, die eine solche Erholung auch nötig haben. Nach Möglichkeit soll Anfang Juni 2007 wieder eine Gruppe der Arbeitsgemeinschaft nach Weißrussland reisen, um die Hilfsmaßnahmen zu besprechen und Land und Leute sowie deren Probleme kennen zu lernen. Ziele sind die Orte Minsk, Gomel, Rogatschow und Swonez. Die Ferienkinder sollten im Anschluss daranins Schaumburger Land kommen. Die endgültige Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze wird bis Jahresende geklärt, denn die Anmeldungen müssen im Januar abgegeben werden.




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