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Stadtwerke Schaumburg-Lippe zufrieden mit Geschäftsverlauf / „Günstiger Anbieter“

Noch kein Spielraum für Preissenkungen

Bückeburg. „Wann sinken endlich die Gaspreise?“, fragt der Leser am Redaktionstelefon. „Wissen wir auch nicht, fragen aber gerne nach“, müssen wir eingestehen. Gelegenheit dazu bot die gestrige Jahrespressekonferenz der Stadtwerke Schaumburg-Lippe (SWSL). Die Frage überrascht Stadtwerkegeschäftsführer Eduard Hunker nicht wirklich, sie wird vor dem Hintergrund sinkender Energiepreise am Weltmarkt von Gaskunden häufiger gestellt. Doch seine Antwort fällt zurückhaltend aus: „Vielleicht gibt es Ende dieses Jahres, Anfang nächsten Jahres Spielraum nach unten“, sagt er. Denn: Zurzeit beziehen die rund 16 000 Gaskunden Energie, die sich die Stadtwerke schon 2013 oder 2014 – natürlich zum damaligen Weltmarkpreis – gesichert haben. Und der lag noch deutlich höher als jetzt. Derzeit wird bereits in Teilmengen Gas für 2016 geordert – und möglicherweise gibt es dann bei der Preisgestaltung Spielraum nach unten.

veröffentlicht am 17.01.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 21:21 Uhr

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Hunker hat durchaus Verständnis dafür, dass Kunden möglichst preiswert einkaufen möchten. Doch da seien sie ja schon jetzt bei den Stadtwerken Schaumburg-Lippe genau an der richtigen Adresse: Ein Vergleich mit regionalen Mitbewerbern am Markt zeige nämlich, dass die hiesigen Stadtwerke in allen Bereichen zu den günstigsten Anbietern am Markt gehörten. Der Stromtarif „Vario“ der Stadtwerke sei der drittgünstigste am Markt, bezogen auf eine haushaltsübliche Abnahmemenge von 3500 Kilowattstunden im Jahr. Beim Gas lägen die Stadtwerke mit „Vario“ auf Rang zwei (20 000 Kilowattstunden im Jahr), beim Wasserpreis auf Rang drei (150 Kubikmeter pro Jahr). Im Gesamtvergleich aller drei Produkte seien die SWSL sogar führend, wenn es um günstige Preise gehe.

Verglichen wurden, darauf wies Hunker ausdrücklich hin, die besonders günstigen Kombi- oder Vario-Tarife. Mehr bezahlen müssten Kunden, die den Grundtarif gebucht hätten, immerhin noch 40 bis 45 Prozent der Stadtwerkekunden. Für diese lohne es sich bestimmt, sich einmal hinsichtlich günstigerer Tarife beraten zu lassen. „Skepsis“ und „Bequemlichkeit“ seien wohl die Gründe, wenn viele dieser Kunden bisher nicht umgestiegen seien. An der Beratung kann das kaum liegen. Die erfolgt nämlich persönlich in den Beratungscentern in Bückeburg oder Stadthagen, oder telefonisch durch eigene Mitarbeiter. Ein Service, der die Stadtwerke, so Hunker, von vermeintlich günstigeren Mitbewerbern abhebe, die ihre Leistungen zum Beispiel nur im Internet anböten.

Die solide und kundenfreundliche Geschäftspolitik der SWSL solle unverändert weitergeführt werden, betonte Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach. Der Aufsichtsratsvorsitzende machte aber auch kein Hehl daraus, dass auch solide Gewinne erwirtschaftet werden sollen. Diese würden dann an die Anteilseigner, in erster Linie die Kommunen, ausgeschüttet. Sie blieben also, anders als bei überregionalen Energieanbietern, vor Ort. In Bückeburg trügen diese zum Beispiel dazu bei, dass die Bäder betrieben werden könnten. Diese Linie bekräftige auch Stadthagens neuer Bürgermeister Oliver Theis, der erstmals in der Runde auftrat. Stadthagen ist nach Bückeburg (51 Prozent) mit 26 Prozent der zweitgrößte Anteilseigner der Stadtwerke Schaumburg-Lippe.

Insgesamt sind die Stadtwerke mit dem Geschäftsjahr 2014 recht zufrieden. Besonders auffällig ist die Werbung von über 1500 neuen Stromkunden, auch außerhalb des eigenen Kernversorgungsgebietes. Hunker sieht für 2015 weiteres Potenzial: Er rechnet mit noch einmal 800 bis 1000 Neukunden für elektrische Energie. Hintergrund sind die Übernahme des Versorgungsgebietes der Samtgemeinde Nienstädt von den dortigen Samtgemeindewerken und verstärkte Marketinganstrengungen auch in Rodenberg und Nenndorf.

Dieser Tage haben die Stadtwerke gut 30 000 Jahresabrechnungen an ihre Kunden verschickt. Viele von ihnen werden sich freuen, wenn sie den Umschlag öffnen und die Rechnung prüfen – sie erhalten nämlich Geld zurückerstattet. Grund sind die vergleichsweise geringen Gasbezugsmengen wegen des recht milden Winters. Häufig werden deshalb auch Vorschläge zur Senkung der Abschlagszahlungen gemacht. Wer noch mehr sparen möchte, sollte überlegen, ob er den Abschlag Anfang des Jahres in einem Betrag begleicht. Dann bieten die Stadtwerke nämlich drei Prozent Rabatt – in Zeiten niedriger Guthabenzinsen ein profitables Angebot. Es wird übrigens bereits von 18 Prozent der Kunden genutzt.

Zufriedene Gesichter angesichts eines guten Geschäftsverlaufs: Die Bürgermeister Reiner Brombach (Bückeburg) und Oliver Theis (Stadthagen) mit Stadtwerke-Geschäftsführer Eduard Hunker.kk




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