weather-image
×

Senioren-Union: Experten sprechen über Verkehrssicherheit / Alte Menschen nicht überdurchschnittlich gefährdet

Noch keine Lösung für den „gefährlichsten“ Kreisverkehr

Bückeburg (wk). Die Verkehrssicherheit auf Bückeburgs Straßen und Wegen ist das Thema eines Informations- und Diskussionsnachmittages gewesen, zu dem die Senioren-Union der CDU-Bückeburg in das Hotel-Restaurant „Ambiente“ eingeladen hat. Als von deren Vorsitzendem, Friedrich Pörtner, hinzugezogener Verkehrsexperte stellte Wilfried Harting, der Inhaber der gleichnamigen Fahrschule, zum Einstieg gleich mehrere Knackpunkte vor. So hatte er etwa beobachtet, dass in den 30 Stundenkilometer-Zonen in der Regel viel zu schnell gefahren werde.

veröffentlicht am 29.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 21:21 Uhr

Zudem monierte er den Kreisverkehr im Bereich des Zusammentreffens von Schul-, Georg- und Herminenstraße, der „der gefährlichste“ aller sechs Kreisel sei. Dieser Bereich werde nämlich von vielen Radfahrern frequentiert, die beim Einfahren in den Kreisverkehr jedoch von der Verkehrsführung her „allein gelassen“ würden. Bei den Autofahrern wiederum sei hier „Fingerspitzengefühl“ beim Einfädeln in den rollenden Verkehr gefragt, da sie nicht auf den vorhandenen Fußgängerüberwegen halten dürfen.

Als einen weiteren Gefahrenbereich hatte Harting den Bückeburger Abschnitt der Bundesstraße 83 ausgemacht, da es dort keine Ausweichmöglichkeit für den Fall gebe, dass ein Fahrzeug auf der Strecke liegen bleibt. Und schließlich kritisierte er die im Allgemeinen doch sehr zu wünschen übrig lassende „Disziplin“ vieler Fahrradfahrer.

Aus der Zuhörerschaft heraus kritisierte Eva Rademacher, dass das zur Fahrradstraße umgewidmete und nur für Anlieger freie Teilstück des Oberwallweges zwischen Schulstraße und Bethelweg regelmäßig auch von anderen Autofahrern genutzt werde. „Die Leute wissen nicht, dass sie da nicht durchfahren dürfen“, erklärte die Anwohnerin des Oberwallweges, die wegen dieser Problematik bereits Unterschriften anderer Anwohner gesammelt und an die Stadtverwaltung geschickt hat. Als Folge gebe es dort „dauernd fast Frontalzusammenstöße“.

Es werde sicherlich noch eine Vielzahl an Besprechungen und Diskussionen zu diesen Themen geben, versprach Werner Steding, der Leiter der Bückeburger Polizeidienststelle. Allerdings, so gab er zu bedenken, sei der Anteil der in Bückeburg in Verkehrsunfälle verwickelten Senioren „nicht besorgniserregend beziehungsweise überproportional hoch“.

Als „objektives Indiz“ in Sachen Verkehrssicherheit zog Kurt Wehmeier, der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Bückeburger Polizei, die Unfallstatistik heran, wonach es in Bückeburg keine besonders unfallträchtige Stelle gebe. Eine Ausnahme sei lediglich eine große Kreuzung in Warber, die immer noch als „Unfallhäufungsstelle“ gelte.

In Bückeburg sei „die Welt noch in Ordnung“, befand Heinz Niemeyer, Leiter der städtischen Abteilung Bürgerservice, der die örtlichen Kreisverkehre insgesamt als sicher einstufte. Zum Kreisel im Bereich Schul-, Georg- und Herminenstraße und den Fahrradfahrern räumte er indes ein: „Das Problem kennen wir, aber uns ist noch keine Lösung eingefallen“. In den 30 Stundenkilometer-Zonen wolle er demnächst jedoch sogenannte Displays aufstellen lassen, die die Autofahrer über deren Geschwindigkeit informieren.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige