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"Neukauf" wirft Verkehrsprobleme auf / Aufwändige Änderungen des Bebauungsplanes erforderlich

Noch viele Stolpersteine auf dem Weg zum Markt

Bad Eilsen (tw). In Sachen des von Edeka auf dem Areal der früheren Schaumburg-Klinik geplanten "Neukauf"-Marktes haben die Behörden Stellung bezogen. Das Protokoll der Zusammenkunft, bei dem die 20 Teilnehmer im Stadthäger Kreishaus in einer Vorab-Info erklärten, wie sie das Projekt bewerten, liegt der Landes-Zeitung vor. Ergebnis: Insbesondere die Regionalplaner und Wirtschaftsförderer des Landkreises, aber auch die IHK Hannover begrüßen das Edeka-Vorhaben nachdrücklich.

veröffentlicht am 04.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

Doch die Zahl der Stolpersteine, die für den Bau des Marktes aus dem Weg geräumt werden müssten, ist offensichtlich größer als von Edeka zunächst erwartet. Folge: Bis es - wenn überhaupt - zum Spatenstich kommt, wird noch viel Wasser die Aue herunter fließen ... Landschaftsplaner Thomas Zerner (ILE-X, Bückeburg), von der Gemeinde mit der Planung beauftragt, auf Nachfrage: "Das Grundsatzproblem ist, dass das Areal der Klinik in ein ,Sonderbaugebiet mit Zweckbestimmung' (Lebensmittelmarkt) umgewidmet werden müsste." Das sei "sehr aufwändig"; noch schwerer wiege, dass sich ein Sonderbaugebiet "wahrscheinlich nicht mit dem jetzigen Status der Flächen in der Nachbarschaft vertragen" werde. Die nämlich sind als Allgemeines Wohngebiet ausgewiesen, müssten laut Zerner Mischgebiet werden. Ein Procedere, dem alle Eigentümer zustimmen müssten. Weiterer Stolperstein: die von Edeka gewünschte Option, den Markt im Bedarfsfall von 1100 auf 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche Richtung Norden zu erweitern. "Spätestens diese Erweiterung", so der Planer, "könnte - durch das mehr an Verkehr, das sie mit sich bringt - zu einem Problem für den Kurortstatus Bad Eilsens werden." Außerdem werde der geplante Parkplatz mit seinen 93 Stellplätzen dann zu klein sein. Nach Dafürhalten von Udo Zemella von der Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg wäre er das sogar schon jetzt. Zemella moniert insbesondere die Breite der Stellplätze mit nur 2,5 Metern: "Sehr viele Bagatellschäden entstehen auf solchen Einkaufsparkplätzen, weil die Einstellflächen zu schmal bemessen wurden und viele Kunden mit den Gegebenheiten beim Rangieren nicht klar kommen." Verschärfend komme hinzu, dass die "Minivans", über die mehr und mehr Haushalte verfügen, ebenfalls breitere Stellplätze bräuchten. Stichwort Pkw-Zufahrt im Bereich Arensburger Straße. Dort befürchtet der Verkehrsexperte der Polizei, dass der "nicht unerhebliche Zusatzverkehr" (Spitzenbelastung: 125 An- und Abfahrten pro Stunde) beim Linksabbiegen auf das Marktgelände zu einem Rückstau bis in den Einmündungsbereich der Bahnhofstraße führen könnte. Indes: Die Anlage der in solchen Fällen üblichen seperaten Linksabbiegerspur ist laut Zerner wegen der Enge der Arensburger Straße nicht möglich. Derweil macht die Größe des geplanten Marktes für die Untere Wasserbehörde des Landkreises das Erarbeiten eines Entwässerungs- und Rückhaltekonzeptes zwingend nötig - vor allem deshalb, weil der Boden durch den Bau großflächig versiegelt werde. Zerner zufolge müsste ein noch zu errichtendes Regenrückhaltebecken wenigstens 100 Kubikmeter Wasser fassen können. Last, but not least bereitet die Haupttrinkwasserleitung "Nördliche Kreidemulde", die den künftigen Bauplatz tangiert, insbesondere den Stadtwerken Schaumburg-Lippe Bauchschmerzen; dabei soll es sich um eine Gussleitung, Durchmesser 30 Zentimeter, aus den 50er Jahren handeln. Die Edeka-Baupläne berücksichtigen diese Trinkwasserleitung nach Meinung der Stadtwerke nicht ausreichend.




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