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Bundeswehr ermittelt weiter intern im Sex- und Alkoholskandal

Noch weitere Verfahren anhängig

Bückeburg (rc). Bei der Bundeswehr laufen nach wie vor mehrere Verfahren, mit denen der Sex- und Akoholskandal an der Heeresfliegerwaffenschule aufgearbeitet wird. Die Vorwürfe waren Mitte 2005 an die Öffentlichkeit gedrungen und hatten bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Soldaten hatten sich mit einer Eingabe an den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages gewandt, der seinerseits über die vorgesetzten Stellen der Waffenschule, dem Heeresamt Köln, die Ermittlungen in Gang brachte.

veröffentlicht am 01.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:20 Uhr

Damals waren rund zehn Soldaten, darunter auch Offiziere, in das Visier der internen Ermittler geraten, mehrere Soldaten nach Bekanntwerden der Vorwürfe auf andere Dienstposten abkommandiert worden. Wie der Pressesprecher der Heeresfliegerwaffenschule, Oberstleutnant Michael Baumgärtner, auf Anfrage mitteilte, ist der Vorgang für die Heeresfliegerwaffenschule mittlerweile abgeschlossen. Gegen fünf Soldaten wurden Disziplinarmaßnahmen verhängt. Für weitere Soldaten hat die Waffenschule keine Zuständigkeiten mehr, da sie an andere Standorte versetzt und damit anderen Dienstvorgesetzten unterstehen. Weitere Verfahren sind nach wie vor beim Heeresamt anhängig, das nach wie vor federführend die Ermittlungen und die Verfahren leitet. Wie der Pressesprecher des Heeresamtes auf Anfrage bestätigte, seien die truppendienstlichen Maßnahmen abgeschlossen. Bundeswehr-Disziplinverfahren seien dagegen noch anhängig und noch nicht abgeschlossen. Zu weiteren Auskünften war er mit Verweis auf die laufenden Verfahren nicht bereit. Nach Informationen unserer Zeitung waren bei den Ermittlungen auch zwei Kommandeure der Heeresfliegerwaffenschule in das Blickfeld der Ermittler geraten. Einer soll "nichtüberprüft" haben, dass im Zuge der Aufklärung des Skandals von ihm erteilte Befehle auch umgesetzt worden sind, insbesondere die Schließung der Feierräume "Hölle" und "Walhalla" (siehe Bericht oben). Ein weiterer soll bei einer befohlenen Kontrolle "martialische Sprüche" und "das allgemeine Schamgefühl" verletztende Fotos an Wänden und Dienstzimmertüren "nicht wahrgenommen" und daher nicht für deren Beseitigung gesorgt haben. Die Vorwürfe ließen sich nicht erhärten. Wie die Heeresfliegerwaffenschule auf entsprechende Nachfrage mitteilte, sind gegen Kommandeure der Schule keine weiteren Schritte eingeleitet worden: weder "einfache disziplinare Maßnahmen" noch "erzieherische Maßnahmen". Der Wehrbeauftragte wartet bis heute auf den Abschlussbericht des Heeresamtes, um seinerseits zu entscheiden, ob eine abschließenße Stellungnahme geschrieben wird, oder aber weitere Ermittlungen notwendig sind.




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