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Bückeburg setzt auf Schließung von Baulücken / Aber: Großes Angebot an gebrauchten Immobilien

Nur wenig Auswahl: Bauplätze bald Mangelware

Bückeburg (kk). Baugeld ist zurzeit so günstig zu haben wie selten zuvor. „Eine Drei vor dem Komma ist durchaus drin“, sind sich Sabine Jüttner (Volksbank in Schaumburg) und Achim Lüders (Sparkasse Schaumburg) mit Blick auf die Zinsen bei Hypothekendarlehn einig. Wer ernsthaft über Wohneigentum nachdenkt, hat derzeit also gute Einstiegschancen. Doch dem typischen „Häuslebauer“ können Immobilienexperten zumindest in Bückeburg kaum Auswahl an Baugrundstücken anbieten – fast alle Baugebiete sind inzwischen vollgelaufen.

veröffentlicht am 20.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 08:41 Uhr

„In unserem Baugebiet Auf der Höhe in Petzen haben wir gerade noch ein Grundstück frei,“ berichtet die Volksbankerin. Sehr gut gelaufen sei auch das innenstadtnahe Gebiet Falkingsviertel. Nachgefragt würden derzeit besonders kleinere Parzellen in der Innenstadt oder mit guter Infrastruktur in der Nähe, während größere Grundstücke in den Ortsteilen nur vereinzelt Käufer fänden.

Ähnliche Beobachtungen hat auch Lüders gemacht. Die Sparkasse biete in Bückeburg noch hochwertiges Bauland am Sprekelsholzkamp an – übrigens mit Erfolg. Hier seien in diesem Jahr bereits drei Grundstücke verkauft worden. Er sieht nach Jahren der Verunsicherung und verhaltener Nachfrage langsam wieder Bewegung in den Immobilienmarkt kommen. Mit seiner Kollegin von der Volksbank ist er sich darüber einig, dass es für kleinere neue innerstädtische Baugebiete durchaus einen Markt gäbe, geeignete Flächen seien aber derzeit nicht in Sicht.

Das hat auch die Stadt Bückeburg erkannt. Wie Stadtkämmerer Horst Tebbe und Baubereichsleiter Jörg Klostermann auf Nachfrage erklärten, soll die Stadtentwicklung in diese Richtung vorangetrieben werden. Klostermann verweist auf den Bereich der oberen Hannoverschen Straße, wo zurzeit ehemalige Gewerbeflächen umgewidmet und zum Teil auch schon mit Wohn- und Geschäftshäusern bebaut werden. Außerdem setze Bückeburg auf die Schließung von Baulücken. Das sogenannte Baulückenkataster soll noch im Herbst mit informativen Fotos online gehen. Die Stadt würde bei entsprechender Nachfrage den Kontakt zu den Grundstückseigentümern herstellen. Ob sich Interessent und potenzieller Verkäufer aber letztendlich einigen werden, sei deren Problem.

Direkt im städtischen Angebot sind dagegen noch einige Bauplätze im Bereich „Zwischen den Wegen“ in Meinsen. Hier sollte ursprünglich einmal ein Kindergarten entsehen. Zwei Grundstücke hat die Stadt in diesem Jahr hier schon abgegeben.

Was die Zahl der Bauanträge angeht, verzeichnete das Bauamt bislang ähnliche Zahlen wie im Vorjahr. Klostermann machte aber deutlich, dass es sich weniger um komplette Neubauten als vielmehr um An- und Umbauten handele. Nach Zahlen des Katasteramtes hatten im Vorjahr 22 Grundstücke in Bückeburg den Besitzer gewechselt.

Wer Mangels geeigneten Grundstücks in Bückeburg aufs Bauen verzichten muss, hat derzeit aber gute Chancen, eine passende gebrauchte Immobilie zu finden. Nachgefragt werden besonders neuere Einfamilienhäuser ohne großen Renovierungsbedarf. Nach Angaben der Experten achteten Käufer immer mehr darauf, dass die Wunschhäuser vor dem Hintergrund hoher Heizkosten energietechnisch auf dem Stand der Zeit seien. „Aber natürlich können Verkäufer keine Mondpreise durchsetzen,“ hat Sabine Jüttner beobachtet. Von einem „Käufermarkt“ spricht auch Achim Lüders. Das Angebot sei in vielen Bereichen größer als die Nachfrage – also durchaus positiv für Kaufinteressierte. „Auf dem Markt müsste eigentlich momentan für jeden etwas dabei sein,“ so der Leiter der Sparkassen-Immobilienabteilung. Seine Kollegin von der Volksbank geht noch einen Schritt weiter: „Wer jetzt nicht einsteigt, ist selber schuld.“

Frau Jüttner hat übrigens noch eine andere interessante Entwicklung in Bückeburg ausgemacht. Gefragt seien auch hochwertige, verhältnismäßig große Eigentumswohnungen. Wenn die Kinder aus dem Haus seien, würde häufiger als in der Vergangenheit das Familienhaus verkauft. „Junge Senioren“ würden sich immer früher nach einer altersgerechten Wohnung umsehen. Und da gehöre zum Beispiel auch ein Fahrstuhl zum Anforderungsprofil.

Auf der Höhe in Petzen wird das vorletzte Grundstück gerade bebaut, ein Bauplatz ist noch frei. In Meinsen hat die Stadt noch wenige Bauplätze im Angebot.

Fotos: kk




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