weather-image
×

Aufbau der Landpartie vom Dauerregen stark behindert – Pumpen der Stadt am Limit

Oberkante Unterlippe überschritten

Bückeburg. „Wir stehen Oberkante Unterlippe, wenn es die Nacht noch so weiter regnet, dann wird es brenzlig.“ So formuliert es gestern Reiner Klenke, Chef vom Abwasserbetrieb der Stadt Bückeburg, was der seit Samstagnachmittag andauernde Dauerregen für Wassermassen in die Kanalisation und die Oberflächen der Stadt Bückeburg geschwemmt hat.

veröffentlicht am 28.05.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 21:41 Uhr

Für die Landpartie, die kommenden Donnerstag beginnt, ist die Oberkante Unterlippe dagegen bereits überschritten. Der Schlosspark steht unter Wasser. Mit mehreren Tauchpumpen wird versucht, die Rasenflächen einigermaßen wasserfrei zu halten. Das Befahren der Wege und erst recht der Freiflächen ist unter Strafe gestellt. 100 Euro – „sofort“ – muss der zahlen, der sich nicht dran hält.

„Zitieren sie mich ruhig mit dem Wort ‚Sch …‘“, sagte Schlossverwalter Alexander Perl auf Anfrage unserer Zeitung, der für den gesamten Aufbau der Landpartie verantwortlich zeichnet: „Es ist schon eine Katastrophe. Der ganze Aufbau kommt zum Erliegen. „Wir werden wohl Nachtschichten einlegen müssen, um alles zu richten.“ Aber: „Wir werden es schaffen, irgendwie packen wir das.“

Hoffnungen setzt Perl darauf, dass laut den Wetterprognosen heute kein Regen mehr fallen soll, sondern sogar Temperaturen von bis zu 19 Grad angekündigt werden: „Dann klappt es.“ Was zwar den Aufbau ermöglichen wird. Aber um den reibungslosen Ablauf der Landpartie zu gewährleisten, ist noch mehr Improvisationstalent gefragt. Denn bis Donnerstag trocknen die Rasenflächen nicht ab, zumal es Mittwoch wieder regnen soll. Also werden auf Rasenflächen Platten verlegt, um den Besuchern die trockenen Füße zu erhalten und den Untergrund zu schonen. Dennoch geht Perl davon aus, dass nach der Landpartie deutliche Spuren im Park zurückbleiben werden. „Das wird wohl alles braun sein.“

Auch beim Abwasserbetrieb laufen alle Pumpen an der Leistungsgrenze: „Viel darf nicht mehr kommen.“ Wie Rainer Klenke erläuterte, sei das Problem, dass das Oberflächenwasser auf den gesättigten Böden nicht mehr versickert, sondern abfließt. Zum Teil eben auch in die Schmutzwasserkanalisation, die daher an der Leistungsgrenze ist, ebenso die Kläranlage. „Wir haben derzeit das Glück, dass es nicht mehr ganz so stark regnet. Wenn es so bleibt, sind wir aus dem Gröbsten raus.“

An den neuralgischen Punkten – „alles, was irgendwie in der Nähe der Aue liegt“ – gab es bis gestern Nachmittag noch keine Probleme. Noch waren keine Straßen überflutet oder standen Keller unter Wasser, wie auch die Feuerwehr auf Anfrage bestätigte. Den einzigen wasserbedingten Einsatz habe man schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag gehabt, sagte Ortsbrandmeister Torsten Buhrmester auf Anfrage. Nicht wegen des Dauerregens, sondern wegen einer gebrochenen Wasserleitung in einem Haus in der Braustraße. Die Wassermenge drohte, eine darunter liegende Arztpraxis unter Wasser zu setzen. Was durch das einfache Absperren des Haupthahns verhindert werden konnte.

Der Deutsche Wetterdienst hatte für Montagmorgen eine Unwetterwarnung für den Landkreis Schaumburg ausgegeben: Bis Mittag sei mit „ergiebigem Dauerregen“ zu rechnen. Bis zum Mittag könnten noch 60 bis 80 Liter pro Quadratmeter zu den bereits gefallenen Regenmengen dazukommen. Als Folge des Dauerregens sei mit Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen sowie überfluteten Straßen zu rechnen, warnte der DWD. Es bestehe die Möglichkeit von Erdrutschen. Die Bewohner der von der Warnung betroffenen Landkreise sollten Türen und Fenster geschlossen halten.rc




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige