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Mit alten Lederhelmen fängt alles an: Rusbender Feuerwehrnachwuchs feiert 50. Geburtstag

„Onkel Siekmeier hat es uns erlaubt!“

Rusbend (bus). Ein ganz im Zeichen der Freiwilligen Feuerwehr stehendes Wochenende hat die Ortschaft Rusbend erlebt. Anlass waren mehrere Jubiläen: Vor fünf Jahrzehnten wurde das örtliche Feuerwehrhaus eingeweiht und gleichzeitig die Jugendfeuerwehr gegründet. Zudem besteht seit 1960 eine freundschaftliche Beziehung zur Löschgruppe aus dem westfälischen Bierde. Sportlicher Höhepunkt der Dreifachfeier war am Samstag ein Kräftemessen der Jugendfeuerwehren.

veröffentlicht am 10.05.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 16:21 Uhr

Für den auf der 1993 aus dem Repertoire genommenen und eigens zum Jubiläum reaktivierten 75-Meter-Hindernisbahn ausgetragenen Wettbewerb hatten elf Teams gemeldet. Außer den städtischen Vertretungen Müsingen, Bückeburg, Scheie, Cammer, Rusbend und Meinsen-Warber-Achum stellten sich Mannschaften aus Niedernwöhren, Bierde, Sachsenhagen und Feggendorf den Herausforderungen. Das größte Geschick bei der Bewältigung der durchaus anspruchsvollen Aufgaben stellte der Scheier Nachwuchs unter Beweis. Die von Gerd Wilharm betreute Truppe hatte sowohl hinsichtlich der Geschwindigkeit (163 Sekunden) als auch der Fehlerquote (zwei) die Nase vorn und kam auf 797 Punkte.

Auf dem zweiten Platz verbuchten Bückeburg (192 Sekunden, vier Fehler) und Niedernwöhren 2 (192 Sekunden, sechs Fehler) jeweils 768 Punkte – in der Wertung fand auch das Alter der Teilnehmer Berücksichtigung. Rusbend verzichtete großzügig auf die Ausnutzung des Heimvorteils, erwies sich als sympathischer Gastgeber und ließ allen Konkurrenten punktemäßig den Vortritt. Somit wird der Jubiläumstag in der Reihe der Rusbender Wettkampferfolge wohl nicht allzu weit vorn angesiedelt werden.

In dieser Reihe stehen immerhin zwei Landessiege in der Feuerwehrtechnik und (1991) ein achter Platz bei den Landesmeisterschaften in Aurich. Zudem können die Rusbender auf mehrere Kreis- und viele Stadtmeistertitel verweisen.

Um die Betreuung der jungen Kameraden kümmerten sich in den zurückliegenden fünf Jahrzehnten in leitender Funktion Dietrich Kräwinkel, Ernst Bultemeyer, Wolf-Rüdiger Tolkien, Reinhard Roloff, Jürgen Rehling, Marko Bruckmann, Frank Möller, Michael Spannuth, Marcus Erhard und (aktuell) Sebastian Hartmann. Bei den ersten Schritten der Nachwuchsorganisation spielte zudem der damalige Ortsbrandmeister Ernst Siekmeier eine wichtige Rolle.

Während des Ausräumens des damals alten Feuerwehrgerätehauses hatten im Mai 1960 einige Jugendliche Interesse für die ausgedienten Helme gezeigt. Kräwinkel mochte die Entscheidung über die weitere Verwendung der aus den 1920er-Jahren stammenden Lederkappen nicht allein fällen und schickte die Interessenten zum Ortsbrandmeister. „Onkel Siekmeier hat es uns erlaubt“, brachten die Jugendlichen freudestrahlend als Antwort mit zurück. Sie erhielten die Auflage, die schützenden Kopfbedeckungen einer ordentlichen Säuberung zu unterziehen und sie eine Woche später erneut vorzuzeigen. Im Rahmen der Helmpflegeaktion kam Kräwinkel und Siekmeier die Idee, im Rahmenprogramm der feierlichen Einweihung des „neuen“ Gerätehauses eine Schulübung der jungen Leute zu präsentieren.

50 Jahre später haben die Nachfolger der Gründungsmitglieder am Wochenende gezeigt, dass sie trotz ihres elften Platzes über bemerkenswertes Können verfügen. So schnitten sie in der Laufzeit gegenüber einem außer Konkurrenz an den Start gehenden Betreuerteam um lediglich vier Sekunden schlechter ab. Und auch beim Tauziehen gaben sie eine ziemlich passable Figur ab. In diesem Extra-Wettbewerb hatte Cammer vor Müsingen und Meinsen-Warber-Achum das bessere Ende für sich.

Weshalb am Samstag allerdings gegen 15.55 Uhr unvermittelt Jubeltöne auf dem Wettbewerbsgelände erklangen, erschloss sich erst nach einem Blick in den Aufenthaltsraum der Wehr: Hier stand ein Fernsehgerät und das bis dato in der Fußballbundesliga ebenfalls mit wenig Fortune agierende Ensemble von Hannover 96 hatte soeben ein wichtiges Tor gegen den Abstieg erzielt.




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