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Lions-Club spendet 1000 Euro für Opferhilfe / Büroleiterin Dagmar Behrens zieht Bilanz

Opfer sollen nicht im Regen stehen

Bückeburg. Ein Opfer muss ins Frauenhaus. Doch was wird mit dem Hund? Der Vierbeiner kommt vorübergehend in die Hundepension. Und die Opferhilfe zahlt. Solche Fälle bleiben Ausnahmen, die Regel sind sie nicht.

veröffentlicht am 18.02.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:41 Uhr

Dennoch wird deutlich, dass die Opferhilfe manchmal auch dann einspringt, wenn andere Organisationen abwinken. „Das sind Hilfen, für die es sonst kein Geld gibt“, sagt Dagmar Behrens, Büroleiterin in Bückeburg. Hund und Frauchen sind übrigens wieder glücklich vereint.

Um Geld ausgeben zu können, muss zunächst etwas reinkommen. Zuletzt hat der Lions Club Schaumburg die Opferhilfe mit 1000 Euro unterstützt. Dessen Pressesprecher Dr. Wilhelm Brase nannte die Spende „sehr sinnvoll“. Begründung: „In Deutschland wird viel für Straftäter getan, während die Opfer ein bisschen im Regen stehen gelassen werden.“ Es dürfe „nicht nur Resozialisierung“ geben.

Wer einer Straftat zum Opfer gefallen ist, findet an der Schulstraße 2 Rat und Unterstützung, kann sich im Prozess und zur Gerichtsverhandlung begleiten lassen. Diplom-Pädagogin Dagmar Behrens, Büroleiterin seit 2002 und eine der ersten sozialpädagogischen Prozessbegleiterinnen in ganz Deutschland, nutzte die Spendenübergabe, um eine Bilanz des Jahres 2012 zu ziehen.

Allein in diesem Zeitraum hat die Opferhilfe mehr als 23 000 Euro ausgezahlt. Der größte Anteil entfiel auf Therapiekosten oder Fachberatung, gefolgt von Anwaltskosten und Ferienfreizeiten zur Stabilisierung. Die Hundepension taucht unter „verschiedene finanzielle Leistungen“ auf. „Wir sind sparsam“, betont Frank Hirt, Staatsanwalt und Regionalvorsitzender der Opferhilfe. „Aber es gab noch keinen Fall, in dem es kein Geld gegeben hat, wenn dies nötig war.“

Es müssen nicht unbedingt schwere Fälle sein. „Auch Wohnungseinbruch oder Handtaschenraub können sehr belastend sein“, weiß Dagmar Behrens. Etwa zur Hälfte geht es jedoch um sogenannte Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, zum Beispiel Vergewaltigung oder sexueller Missbrauch. Danach folgen Gewaltdelikte, allen voran Körperverletzung.

Betreut hat die Opferhilfe Bückeburg im vergangenen Jahr 115 Klienten, zu mehr als 80 Prozent Frauen und Mädchen. „Männer haben eine höhere Hemmschwelle“, glaubt die Büroleiterin. Dennoch sind die Fallzahlen mit der Zeit stark nach oben gegangen. Zum Vergleich: 2003, im ersten vollen Jahr nach der Gründung, waren es 39 Klienten. Seit 2011 sind die Zahlen dreistellig.

Ein Grund dafür: Es hat sich herumgesprochen, dass es die Opferhilfe gibt. Ein weiterer ist zunehmende Unterstützung durch die Polizei, wo unter anderem Merkblätter ausgehändigt werden. „Ich bin von Polizeirevier zu Polizeirevier gegangen“, erzählt Dagmar Behrens. „Das hat gefunkt.“

Zum Vorstand der Opferhilfe gehört auch Thomas Weishaupt, Schaumburger Chef des Weißen Rings, der sich ebenfalls um die Opfer von Kriminalität kümmert und versucht, Straftaten zu verhüten.

Im Landkreis Schaumburg hat der Weiße Ring 84 Mitglieder. „Wir finanzieren uns ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge“, erklärt Weishaupt.

Bei der Opferhilfe kommt das Geld über Spenden und Bußgelder herein.ly

Kontakt: www.opferhilfe.niedersachsen.de




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