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Aufklärung gegen Alkohol und Drogen am Steuer / Weitere Fahrschulen für Projekt "PräSto" gesucht

Paar "Desperados" intus - dann bleibt das Auto stehen

Landkreis (wöb). Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern durch Gespräche mit Gleichaltrigen möchten die Akteure des Projektes "PräSto" jugendliche Fahrschüler davon überzeugen, nach Alkoholgenuss das Auto stehen zu lassen. Das diakonische Werk der evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe hat das Projekt in Kooperation mit dem Land Niedersachsen in diesem Jahr in Schaumburg gestartet.

veröffentlicht am 07.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Die Abkürzung steht für "Prävention in Fahrschulen - Starkes Fahren Ohne Stoff". Koordinatorin Sigried Krause-Alberski hat sich mit teilnehmenden Fahrlehrern und Jugendlichen in den Räumen der Drogen- und Jugendberatung in Stadthagen getroffen. Neun Fahrschulen seien bisher dabei, weitere würden nochgesucht. Speziell geschulte "peers", also beinahe gleichaltrige Jugendliche, begeben sich für je einen Tag in die Fahrschulen. Dort sprechen sie mit den Schülern über Erlebnisse mit Alkohol oder Drogen im Straßenverkehr. Inga Juhl, Jennifer Tillesch und Muzafer Esmeray geben den Jugendlichen konkrete Tipps, wie sie sich in den diskutierten Situationen verhalten können. Das kann zum Beispiel die typische Konfliktsituation sein, in der jemand bereits ein paar Gläser getrunken hat, aber trotzdem noch fahren möchte. "Gerade in Schaumburg ist dies ein großes Problem", berichtete Krause-Alberski. "Es gibt in der Nacht praktisch keine öffentlichen Verkehrsmittel, mit denen Jugendliche von der Party oder der Disco nach Hause kommen. Deshalb sind sie auf das Auto angewiesen." Die drei "peers" setzen sich ehrenamtlich für das Projekt ein. Inga Juhl und Jennifer Tillesch können ihre Mitarbeit für ihr Studium nutzen. Außer dem Gespräch zeigen die "peers" den Fahrschülern Bilder von Unfällen. Diese sollen klarmachen, welch schwere Folgen das Fahren unter Alkoholeinfluss nach sich ziehen kann. Doch auch das Rauchen von Haschisch könne für Autofahrer gefährlich werden. Nach einem "Joint" sei die Wahrnehmung verlangsamt. Der Fahrer fühle sich als vorsichtiger Fahrer, der alles im Griff hat. In der Realität jedoch könne es sein, dass er in gefährlichen Situationen nicht schnell genug reagieren kann. Es habe auch schon Fälle gegeben, in denen ein Haschisch-Konsument in gefährlichem "Schneckentempo" über die Landstraße gefahren sei. Bisher nehmen folgende Fahrschulen an dem Projekt teil: Werthmüller, Everding, Remus, Brattkus, Habedank, Benfert, Mevert, Radler, Brandt. "Der Erfolg gibt dem Projekt Recht", sagte Krause-Alberski. Personen in anderen Regionen, die bei einem "peer"-Einsatz in der Fahrschulzeit mitgemacht hätten, seien deutlich weniger im Straßenverkehr auffällig gewordenals andere Fahranfänger. Daher würden noch weitere Fahrschulen und Jugendliche gesucht, die bereit sind teilzunehmen. "Es entstehen keine Kosten für die Fahrschulen", betont Krause-Alberski. Kontakt: Sigrid Krause-Alberski, Diakonisches Werk der Landeskirche Schaumburg-Lippe, Fachstelle für Suchtprävention, Bahnhofstraße 16, 31655 Stadthagen, (05721) 99 30 30.




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