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Von Jägern und Sammlern: Wie Mann und Frau einkaufen

„Paar-Shopping“ führt häufig zur Ehekrise

Bückeburg (wk). „Männer gehen Einkaufen, Frauen gehen Shoppen“ – diese Erkenntnis ist das Thema eines Vortrags gewesen, den Ulrike Tubbe-Neuberg, Mitarbeiterin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, bei einem Treffen des Landfrauenvereins Bückeburg gehalten hat. Ihre Ausführungen stützte die Referentin auf diverse von ihr recherchierte wissenschaftliche Studien, wobei das immer wieder einsetzende lautstarke Lachen der Zuhörerinnen die Praxistauglichkeit der Aussagen durchaus bestätigte. Kleine Kostprobe gefällig?

veröffentlicht am 30.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 20:41 Uhr

„Wenn Männer das Wort Einkaufsbummel hören, bricht bei ihnen der Schweiß aus“, erläuterte Tubbe-Neuberg im Dorfgemeinschaftshaus Achum. Anders als Frauen, für die Shoppen „Genuss und Belohnung“ sei, würden rund 75 Prozent der Männer dabei enormen Stress empfinden. „Die nervlichen Strapazen sind so groß wie bei Kampffliegern im Einsatz“, konkretisierte sie schmunzelnd – und der ganze Saal tobte.

Nicht umsonst gebe es schließlich „Männerstühle vor den Umkleidekabinen“, auf denen sich die „erschöpften Männer“ ausruhen können, während ihre Frauen ein Teil nach dem anderen anprobieren, so Tubbe-Neuberg weiter. Denn im Gegensatz zu den zu wahren „Einkaufsmaschinen“ mutierenden Frauen, die beispielsweise nur eine Hose kaufen wollen, aber mit Tüten voller Bekleidungsstücken nach Hause kommen, würden Männer beim Einkaufen lediglich „ihren Job erledigen“ wollen: eine Hose aussuchen, anprobieren, bezahlen, fertig!

Die auf die Zeit als „Jäger“ (Männer) und „Sammlerinnen“ (Frauen) zurückgehenden Verhaltensunterschiede haben Wissenschaftler laut Tubbe-Neuberg auch beim Lebensmitteleinkauf festgestellt: Männer besorgen den Bedarf für ein Wochenende in 15 bis 30 Minuten, Frauen benötigen dafür indes rund 60 Minuten. „Paar-Shopping ist ein Problem – das führt häufig zur Ehekrise“, resümierte die Referentin.

Trotz aller humorigen Aspekte: Für den Einzelhandel und die Werbebranche haben die geschlechtsspezifischen Besonderheiten durchaus auch einen ernsten Hintergrund. „Frauen möchten ein bisschen betüddelt werden beim Einkauf“, berichtete die Referentin. Von daher würden sie es auch nicht mögen, wenn das Verkaufspersonal im Laden herumsteht und sich untereinander unterhält, statt sich um die Kunden zu kümmern. Nicht nur hinsichtlich solcher Situationen seien Frauen generell „sehr nachtragend“. Männer wiederum würden Wert darauf legen, mit ihrem Auto möglichst nah am Geschäft parken zu können, und mögen keine Warteschlangen an den Kassen.

Kaufen Paare zusammen etwas ein, treffen nach Auskunft von Tubbe-Neuberg in der Regel übrigens die Frauen die Entscheidungen: so etwa bei Möbeln in 88 Prozent der Fälle, bei Urlauben in 81 Prozent und bei Geld und Kapital in 64 Prozent. Beim Autokauf liegt die Quote immerhin noch bei 50 Prozent.




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