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Zwei gefällt, eine angesägt

Pappeln am „Alten Hafen“ umgelegt – Landkreis leitet Verfahren ein

RINTELN. Zwei gefällte Pappeln auf einem Grundstück am „Alten Hafen“ sorgten dieser Tage für Aufsehen und erforderten einen Ortstermin von Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde.

veröffentlicht am 23.02.2018 um 16:41 Uhr
aktualisiert am 23.02.2018 um 18:10 Uhr

Zwei der hohen Pappeln an der Exter sind bereits gefällt, eine dritte wurde erst angesägt. Diese muss nun auch noch entfernt werden. Foto: tol
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Tobias Landmann Fotoreporter zur Autorenseite
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RINTELN. Groß und markant sind die Pappeln. Einige stehen entlang der Exter, sechs säumen ein Grundstück an der Straße „Am Alten Hafen“, gegenüber dem Mehrgenerationenhaus (frühere Jugendherberge). Besonders im Winter sieht man deutlich, dass sich Misteln eingenistet haben. Bei Sturm und starkem Wind brechen häufig Äste ab. Der Eigentümer wollte eigentlich nur seiner Verkehrssicherungspflicht nachkommen, entschied, die Bäume zu fällen und beauftragte ein Unternehmen.

Einige Spaziergänger und Anwohner fragten sich, ob dies rechtens sei. Sie informierten den Naturschutzbund und wandten sich an die Polizei. Die Polizei untersagte daraufhin zunächst ein weiteres Fällen, überließ die abschließende Entscheidung der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Schaumburg. Die Baum- und Heckenschutzverordnung des Landkreises schützt Bäume ab einem Stammumfang von 60 Zentimeter sowie Hecken von mehr als fünf Meter Länge. Ausgenommen davon sind Obstbäume sowie Bäume in bebauten Ortslagen, Waldflächen und privaten Hausgärten.

Bei ihrem Ortstermin stellten die Mitarbeiter des Landkreises fest, dass das Grundstück außerhalb der Ortslage liegt. Das Fällen der beiden Pappeln geschah demnach unrechtmäßig, ebenso wie das Ansägen eines dritten Baumes. Dieser muss nun wegen mangelnder Standsicherheit dennoch gefällt werden. Für das Fällen der verbliebenen drei Pappeln auf dem Grundstück kann der Eigentümer einen Antrag stellen, muss dazu ein Baumgutachten einreichen. Der Landkreis hat ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Bei der Recherche bekam unsere Zeitung den Flyer „Pflege von Gehölzen“ erst auf Anfrage über die Pressestelle des Landkreises. Auf seiner Internetseite verweist dieser an das Amt für Naturschutz. Kontaktdaten und Öffnungszeiten sind angegeben.

Nick Büscher, Vorsitzender des NABU Rinteln, erhielt übers Internet Kenntnis. Er meint: „Dieser Fall zeigt deutlich, wie wichtig eine Baum- und Heckenschutzverordnung für die Stadt Rinteln wäre.“




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