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Ausgelassene Rosenmontagsfeier im Rathaussaal mit Angry Birds, Rotkäppchen und Superman

Peep-Mätzchen total jeck

Bückeburg. „Angry Birds“ gibt es doch eigentlich nur auf Handys. Tatsächlich sind die Protagonisten des gleichnamigen Artillerie-Computerspiels der finnischen IT-Schmiede Rovio normalerweise nur auf den Displays handelsüblicher Smartphones zu erblicken. Einmal im Jahr kann es einem jedoch passieren, den bunten Vögeln live und in Farbe über den Weg zu laufen: am Rosenmontag nämlich, im Rathaussaal. Dort traten die heimischen Närrinnen und Narrhallesen in diesem Jahr erneut mehr den Beweis dafür an, dass man in norddeutschen Gefilden vielleicht nicht ganz so spöttisch und politisch ironisch wie im Rheinland, aber dafür mindestens genauso ausgelassen und fröhlich die fünfte Jahreszeit zu zelebrieren vermag.

veröffentlicht am 05.03.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 23:41 Uhr

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Eingeladen hatte das in Festivitäten dieser Art versierte Team von BDT Music & Light im Namen der Blindow-Schulen. Und wieder ließen sich die Angehörigen des hierzulande beheimateten Jeckenvolks zwar anfangs etwas Zeit, das Veranstaltungsareal des namhaftesten karnevalistischen Großevents der Umgebung zu bevölkern, strömten dann aber in umso größeren Scharen zusammen, um den Rathaussaal in einen wahren Hexenkessel zu verwandeln. Und das wiederum in einer schier kaum zu überblickenden Vielfalt fantasievoller, verrückter, skurriler und origineller Kostüme und Maskeraden.

Da feierten Märchenfiguren wie Rotkäppchen oder Rapunzel in ebenso unbändiger Ausgelassenheit und überschwänglichem Frohsinn wie unterschiedlichste Tiere, Roman- und Filmfiguren, Comicwesen und Fantasiegestalten. Die Römer, auf der Kinoleinwand gerade erst im Historienepos „Pompeji“ Opfer des Vesuv-Ausbruchs geworden, tanzten auf der Party schon wieder so quietschlebendig wie die alles andere als tot wirkenden Untoten, Geister und Vampire. Auch Comicheld „Superman“ schien seine brachiale Bauchlandung mit dem Kino-Flop „Man of steel“ wie nichts weggesteckt zu haben.

Wie hoch die Internet-Aktivisten Anonymus infolge der Snowden-Enthüllungen im Kurs stehen, zeigte die Zahl der anwesenden Guy-Fawkes-Masken.

Die Reiterinnen der Fürstlichen Hofreitschule waren an diesem Abend als ganz entzückendes Kollektiv von Wild-West-Ladies erschienen. Der 1990 untergegangene deutsche Arbeiter- und Bauernstaat feierte ebenso fröhlich Urständ wie die Lebewesen vom Kontinent Mittelerde des britischen Fantasy-Autors J.R.R. Tolkien. Wer am liebsten gar nicht gesehen werden wollte, der erschien so wie der amerikanische Schauspieler Shia LaBeouf während der Berlinale mit einer Papiertüte auf dem Kopf mit der Aufschrift „I am not famous anymore“.

Und irgendwo in der Nähe von Bückeburg muss definitiv ein Freibeuterschiff auf Grund gelaufen sein angesichts der enormen Zahl an Piraten, die den Rathaussaal enterten.




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