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Schule am Schlosspark und Landkreis starten Pilotprojekt zur Berufsorientierung

Per Vertrag zur garantierten Ausbildung

Landkreis/Stadthagen. Immer mehr Jugendliche verpassen es, sich frühzeitig mit dem eigenen beruflichen Werdegang auseinanderzusetzen. Das führt nicht nur dazu, dass sich Jungen und Mädchen möglicherweise aufgrund des Zeitdrucks in Zeiten des Schulabschlusses für den falschen Beruf oder ein übereiltes Studium entscheiden, sondern auch zu nicht besetzten Ausbildungsstellen hiesiger Betriebe. Um dieses Problem anzugehen, starten der Landkreis und die Schule am Schlosspark das Pilotprojekt „Ausbildungsgarantie“.

veröffentlicht am 05.04.2016 um 17:05 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:33 Uhr

05. April 2016 17:05 Uhr

Landkreis/Stadthagen. Immer mehr Jugendliche verpassen es, sich frühzeitig mit dem eigenen beruflichen Werdegang auseinanderzusetzen. Das führt nicht nur dazu, dass sich Jungen und Mädchen möglicherweise aufgrund des Zeitdrucks in Zeiten des Schulabschlusses für den falschen Beruf oder ein übereiltes Studium entscheiden, sondern auch zu nicht besetzten Ausbildungsstellen hiesiger Betriebe. Um dieses Problem anzugehen, starten der Landkreis und die Schule am Schlosspark das Pilotprojekt „Ausbildungsgarantie“.

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Ziel des Programms ist es nach Worten von Landrat Jörg Farr, „jungen Menschen frühzeitig eine Perspektive zu verschaffen und Schülern, die gute Leistungen zeigen, eine Ausbildung zu garantieren“. Außerdem sollen die Unternehmen in Schaumburg aktiv in die Berufsfindung von jungen Menschen involviert werden.

Kernstück der „Ausbildungsgarantie“ ist ein Vertragswerk zwischen interessierten Jungen und Mädchen des siebten Jahrgangs der Schule am Schlosspark und dem Landkreis. Darin verpflichtet sich die Kreisverwaltung dazu, die Jugendlichen bei der passenden Berufswahl und den Bewerbungen aktiv zu unterstützen. Die Schüler sollen im Gegenzug eine gewisse Leistungsbereitschaft bis zu ihrem Schulabschluss beweisen.

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Dazu gehört etwa, dass sie sich ehrenamtlich für mindestens 25 Stunden innerhalb eines Schulhalbjahres engagieren. Weiterhin werden unentschuldigte Fehlzeiten nicht geduldet und die aktive Teilnahme am Unterricht vorausgesetzt. Auch schulische Leistungen sind Teil der Vereinbarung. Beispielsweise sind die Schüler angehalten, im letzten Schuljahr kein „mangelhaft“ oder „ungenügend“ auf dem Abschlusszeugnis stehen zu haben und mindestens den Hauptschulabschluss zu erreichen.

Doch der Aufwand lohnt sich, denn die Jugendlichen erwartet ein ausgefeiltes Berufsorientierungskonzept an der Schule am Schlosspark. Dazu gehören etwa Betriebspraktika, die von Kooperationspartnern des Projektes „spannend gestaltet werden“, sagt Sozialdezernentin Katharina Augath. Eine besondere Aufgabe kommt dabei den Lehrern zu, die die Schüler und deren Eltern beraten und beispielsweise bei der Wahl des Praktikumsplatzes unterstützen sollen. „Die Phase der Kompetenzfeststellung soll dadurch aktiv begleitet werden“, fügt Landrat Farr hinzu.

Währenddessen, etwa durch das Kreieren eines Netzwerks von teilnehmenden Ausbildungsbetrieben, und im Speziellen zur Bewerbungszeit kommt auch das Bildungsbüro des Landkreises ins Spiel. Dies will sich bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen beteiligen. „Wir übernehmen dabei aber nicht die Aufgabe einer Jobbörse“, sagt Augath. Auch eine grundsätzliche Garantie auf eine freie Stelle gebe es nicht. „Doch es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn wir die teilnehmenden Schüler nicht in Ausbildungsbetrieben unterbringen können, der zu ihren Vorstellungen und Kompetenzen passt“, betont die Dezernentin.