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Verwaltungschef besorgt wegen geplanter Verschiebung der Sprachförderung von Grundschulen an die Kitas

„Personalbedarf über dritte Kraft hinaus“

STADTHAGEN. Sorgen macht sich Bürgermeister Oliver Theiß wegen Mehrbelastungen, die auf die Kitas zukommen sollen. Dabei geht es insbesondere um die im Entwurf für ein neues Schulgesetz verankerte Verlagerung der Sprachförderung der Vorschulkinder von den Grundschulen in die Kitas (wir berichteten).

veröffentlicht am 08.03.2018 um 18:03 Uhr

Autor:

Stefan Rothe
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Auch die Sprachtests für die angehenden Erstklässler sollen dann nicht mehr bei der Anmeldung in der Grundschule stattfinden, sondern in den Kitas. Nach Überzeugung von Theiß erfordert die geplante Änderung „mehr Personal und mehr Räume für unsere Kitas“. Denn eine angemessene Sprachförderung verursache „auf jeden Fall einen Bedarf an Erziehern über die dritte Kraft pro Gruppe hinaus“, stellt der Verwaltungschef fest. Zudem müsse es sich speziell mit Blick auf Kinder mit hohem Förderbedarf um speziell geschulte Fachkräfte handeln.

Und nicht nur das: Nach Meinung von Theiß wären auch zusätzliche Räume erforderlich: „Denn die Sprachförderung kann doch wohl nicht im Rahmen der normalen Gruppenbetreuung stattfinden.“ Jedenfalls könne er sich das nur schwer vorstellen. Möglicherweise könnten Sprachkurse für alle zu fördernden Kinder auch zentral an nur einer Kita stattfinden, sinniert der Bürgermeister.

Mit Blick auf die geplante Veränderung sei „noch vieles ungeklärt“, kritisiert Theiß. Jedenfalls sieht er „die Gefahr, dass Mehrbelastungen finanzieller und organisatorischer Art bei uns Kommunen hängen bleiben“. Das dürfe aber auf keinen Fall eintreten, fordert der Verwaltungschef. Wie schon der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund fordert auch Theiß das Land auf, „eine Lösung zu finden, bei der die Kommunen angemessen für die Bewältigung dieser Aufgabe ausgerüstet werden“. Denn mit der derzeitigen Ausstattung seien die Kitas „nicht ad hoc in der Lage, diese zusätzliche Anforderung zu bewältigen“.

Auch die vom Gesetzgeber geplanten neuen Regeln zur Einschulung sorgen laut Theiß für Probleme. Nach dem Gesetzentwurf müssen Kinder, die zwischen Anfang Juli und Ende September sechs Jahre alt werden, nicht mehr automatisch eingeschult werden. Das betreffe in Stadthagen pro Jahr ungefähr 50 Kinder, das seien 25 Prozent eines Kita-Jahrgangs, berichtet der Verwaltungschef. Bei diesen gebe es künftig die Unsicherheit, ob sie durch ihre Einschulung einen Kita-Platz freimachen oder nicht.

Das wiederum bedeute Unsicherheit für die Planung des jeweils nächsten Kindergarten-Jahres. Der Bürgermeister fordert, dass die Entscheidung, ob das betreffende Kind eingeschult werden soll oder nicht, recht frühzeitig fallen muss, um Planungssicherheit für die Kitas zu gewährleisten.




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