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Stadtkirchengemeinde verabschiedet Pastorin Anne Riemenschneider und Diakonin Katrin Bossmann

„Pfarrerinnen gehen, die Gemeinde bleibt“

Bückeburg (mig). Die Einführung von Jan-Uwe Zapke als neuem Pastor der Pfarrstelle 4 ist gerade zwei Wochen her, da musste sich die Stadtkirchengemeinde am Sonntag von Anne Riemenschneider verabschieden. Acht Jahre lang war die Seelsorgerin für den Pfarrbezirk Ost zuständig. Jetzt wechselt sie nach Probsthagen. „Alles hat seine Zeit“, erläuterte Riemenschneider ihren Entschluss, „Leben ist ständiger Wandel.“

veröffentlicht am 01.02.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 02:21 Uhr

„Aufbruch und Wandel“: Diese Stichwörter durchzogen auch den bewegenden, von Kantorei und Posaunenchor musikalisch umrahmten Gottesdienst. Das galt für die gemeinsam gesungenen Lieder (etwa: „Vertraut den neuen Wegen“), genauso wie für die Abschiedsworte von Pastor Wieland Kastning, die dieser frei nach Hermann Hesse so formulierte: „Wir sollen weiter Raum um Raum durchschreiten, sonst droht Erschlaffung.“ Die Trauer, die mit einem Aufbruch einhergeht, fasste Kastning in folgende Worte: „Gewiss stimmt das, was Du im Gemeindebrief geschrieben hast: Pfarrer und Pfarrerinnen gehen, die Gemeinde bleibt“, sagte er. Das Individuelle habe aber indes ebenfalls seine Bedeutung. „Für das, was Ihr in Eurer Individualität für die Gemeinde getan habt, dürfen wir dankbar sein. Was von Euch bleibt, hat sich schon gezeigt und wird sich in Zukunft weiter zeigen.“ Die Zurückbleibenden müssten sich nun erst einmal neu sortieren.

Auskunft über ihren Wechsel nach Probsthagen gab Anne Riemenschneider dann in ihrer letzten Predigt (über Matthäus 14, 22-33). „Als ich mich vor acht Jahren hier in Bückeburg vorgestellt habe, hatte ich das Gefühl einem inneren Ruf zu folgen – einem Ruf, der nicht von Menschen, sondern von Gott kam.“ Ganz ähnlich sei es ihr ergangen, als sie im vergangenen Sommer vom Probsthäger Kirchenvorstand gefragt worden war, ob sie sich vorstellen könne, dort Pastorin zu werden. „Im Bewusstsein, dass Leben ständiger Wandel ist, habe ich mit Freuden Ja gesagt“, sagte Riemenschneider und ergänzte: „Alles hat seine Zeit, und unsere Zeit steht in Gottes Händen.“ Zum Ausdruck kam das Leitmotiv „Vertrauen in Gott“ auch in ihrem Predigtwort. „Sehen wir nur auf schwindende Mitglieder und die sinkende Zahl der Ehrenamtlichen, gehen wir unter“, so die Pastorin. „Blicken wir aber auf die Verheißung Gottes, sieht es anders aus, dann werden wir so manches Wunder erleben.“

Den anschließenden Empfang nahm Klaus Dieter Vogt zum Anlass, Anne Riemenschneider an den Tag ihrer Aufstellungspredigt zu erinnern. Damals habe man vor verschlossener Tür gestanden und keinen Schlüssel gehabt. Der Vorsitzende des Kirchenvorstands weiter: „So ein bisschen steht die Schlüsselsuche auch über ihrer Zeit hier bei uns. Vieles dauert eben länger in Bückeburg, aber Ihnen ist es nach einer gewissen Anlaufzeit gelungen, den Schlüssel zu finden, nämlich den Schlüssel zu vielen Herzen in Bückeburg.“ Gezeigt hätten das auch ihre Kreise, ihr Gottesdienst in neuer Form, ihr Tischabendmahl, ihr Mittwochsgebet und ihr neuer Konfirmandenunterricht. „Wir haben vieles gemeinsam versucht, manches ist gelungen und wirkt heute noch weiter, anderes ging nicht so gut, aber das liegt vielleicht auch in der Natur der Sache“, so Vogt abschließend.

Neben der geistlichen Arbeit, die Anne Riemenschneider über acht Jahre geleistet hat, wird ihr Name – zumindest in Schaumburg – immer auch mit einem kleinen „Rekord“ verbunden werden: „Sie waren die erste Pastorin nach Jahrhunderten der Männerherrschaft in Bückeburg und haben damit hier bei uns eine neue Ära eingeläutet“, betonte Vogt. Ein Navigationsgerät als Geschenk soll helfen, dass „Sie den Weg noch einfacher finden, falls es Sie wieder einmal zu uns zieht.“

Gemeinsam mit Riemenschneider wurde am Sonntag auch Diakonin Katrin Bossmann verabschiedet. Bossmann begleitete zweieinhalb Jahre kirchengemeindliche Angebote für Kinder und wird ebenfalls zur Kirchengemeinde nach Probsthagen wechseln.

Pastorin Anne Riemenscheider (M.) mit Diakonin Katrin Bossmann und Pastor Wieland Kastning.

Foto: mig




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