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Vereine, Stadt und Schule einigüber Konzept für Burgfeldsweide / Reitverein will ins Industriegebiet

Pläne fertig: Neues Sportzentrum im Süden

Rinteln (wer). Das Umzugskarussell am Steinanger nimmt Fahrt auf: Für den SC Rinteln, den VfB und den Reitverein konkretisieren sich die Aussiedlungspläne. Stadtverwaltung und Fußballclubs sind sich einig, wie das neue Sportzentrum an der Burgfeldsweide aussehen könnte. Auch mit dem Reitverein besteht inzwischen Konsens über einen neuen Standort im Industriegebiet Süd - die Reiter wollen so schnell wie möglich umziehen.

veröffentlicht am 02.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Die Planung für die Burgfeldsweide, wo künftig SC und VfB spielen sollen, kommt ohne großen Kunstrasenplatz aus. Ein Wunsch, den der SC im Sanierungskonzept für den Steinanger noch gehegt hatte. Die damals kalkulierten Kosten für die Umgestaltung der Anlage: 1,4 Millionen Euro (wir berichteten). Die neue Planung dürfte deutlich günstiger ausfallen. Ein reguläres Kunstrasenfeld würde allein 500 000 Euro verschlingen - geplant ist jetzt nur eine kleine, nicht mal halb so große Allwetterfläche für Trainingseinheiten. Festlegen allerdings will sich SC-Vorsitzender Michael Box noch auf keine Summe. Dafür drückt der Vorsitzende aufs Tempo: "Wir sollten Gas geben, 2007 könnte der Umzug beginnen." Von der ganzjährigen Bespielbarkeit des kleinen Kunstrasenfeldes würden auch die VTR und das Gymnasium Ernestinum profitieren, die als Anlieger in die Planung einbezogen wurden. Das Ernestinum soll außerdem das seit längerem gewünschte Basketballfeld erhalten. Dafür müsste das Gymnasium Flächen an die Fußballclubs abtreten: Auf dem Schulhof soll ein Vereinsheim für den SC und VfB gebaut werden. Vorteil: Die Parkplätze der Schule, die zu Trainings- und Spielzeiten meist leer stünden, könnten mitgenutzt werden, sagt Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz.Außerdem sei das Gebäude hier vor Hochwasser sicher. Für Box sind eigene Umkleidekabinen und Sanitäranlagen unverzichtbar. In die Umkleideräume der benachbarten Turnhalle auszuweichen, würde nicht nur "den Zorn der Vereinsmitglieder" heraufbeschwören, sondern auch Platzprobleme schaffen. Schon jetzt sei die Halle bei größeren Veranstaltungen komplett belegt, in den Ferien überdies geschlossen. "Vier Umkleideräume reichen uns", sagt Box. Geprüft werde, ob und zu welchem Preis das hölzerne Vereinsheim am Steinanger demontiert und am Ernestinum wieder aufgebaut werden kann. Für den regulären Spiel- und Trainingsbetrieb sollen drei Fußballfelder auf den vorhandenen Plätzen eingerichtet werden. Im jetzigen Zustand indes würden die Plätze eine intensive Nutzung nicht lange überleben. Investitionen in die Drainagesysteme werden notwendig, außerdem müssen Flutlichtmasten installiert werden. An der Burgfeldsweide könnte so - neben Hallenbad, Turnhalle und VTR-Heim - ein echtes Sportzentrum entstehen. Nur der Reitverein muss an anderer Stelle angesiedelt werden - aber auch hier stehen die Zeichen inzwischen auf Harmonie. In einem von Vorstandsmitglied Martina Altfeld unterzeichneten Brief an Buchholz unterbreitet der Verein den Vorschlag, die Reithalle "so früh wie möglich" zu verlagern, "möglichst noch im Jahre 2007". Der Verein könne so in ein Zukunftsprojekt statt in die Vergangenheit investieren, denn Geld müsste andernfalls in die alte Reithalle am Steinanger gesteckt werden: "Der Instandsetzungsbedarf wird dringender." Investitionen seien bisher wegen der unklaren Situation am Steinanger zurückgestellt worden. Auch für den mit sicherer Erbpacht ausgestatteten Reitverein wächst anscheinend der Handlungsdruck. Im Gespräch mit Buchholz signalisierten Vorstandsmitglieder auch Zustimmung in der Standortfrage: Die neue Reithalle soll "in vergleichbarer Form" im Industriegebiet Süd, auf einer freien Gewerbefläche an der Siemensstraße (nördlich von Krankenhagen), errichtet werden. Im vorigen Jahr war dieser Standort noch vom Reitvereins-Vorsitzenden Dieter Harmening als zu abgelegen kritisiert worden. Geschätzte Kosten für eine neue Reithalle: zwischen 500 000 und 600 000 Euro. Buchholz plädiert mit Blick auf die engagierte Jugendarbeit des Vereins dafür, den Reitern finanziell unter die Arme zu greifen. Eine städtische Vollfinanzierung indes gilt politisch als umstritten. Bleibt die Frage, ob, wann und wo der dritte Steinanger-Verein, die einst schon umzugsfertigen Einwohnerschützen, ein neues Domizil finden. "Hier müssen noch Gespräche geführt werden", lässt Buchholz diesen Punkt offen.




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