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Von wegen Pferdediebstahl – bei Sachsenhagen bekam eine Koppel unverhofft Zuwachs

Plötzlich sind zu viele Pferde auf der Weide

Sachsenhagen/Lüdersfeld (gus). Pferdebesitzer fürchten gemeinhin, dass ihnen ein Ross abhandenkommen kann und einem Reittier Unheil widerfährt. Marion Dalbogk hat ein Aha-Erlebnis ganz anderer Art gehabt: In dieser Woche standen zu viele Pferde auf ihrer Weide nahe Sachsenhagen.

veröffentlicht am 19.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 00:42 Uhr

Die Lüdersfelderin zweifelte keine Sekunde lang an ihren Sinnen. Ein etwa 1,60 Meter großer Schimmelwallach und ein bis zum Widerrist etwa 1,45 Meter messender, dunkelbrauner Ponywallach hatten auf der Koppel an der Kreisstraße 35 eigentlich nichts zu suchen. Recht hatte sie. Die beiden Tiere waren am vergangenen Dienstag dort gelandet, weil sie zuvor frei auf der K 35 herumgeirrt waren. Dies fand Dalbogk per Anruf bei der Hagenburger Polizei heraus.

Nach Angaben der Polizei gegenüber dieser Zeitung hatten zunächst Stadthäger Polizisten die freilaufenden Pferde einzufangen versucht. Dies scheiterte. Ehe die Hagenburger Beamten dort erneut auftauchten, hatte ein „beherzter Mitbürger“ die beiden Vierbeiner hinter die Abzäunung verfrachtet, wo auch Dalbogks Pferde stehen. Dabei musste der Mann allerdings das Gatter aufbrechen.

Die Annahme des „beherzten Mitbürgers“, die beiden Reittiere gehörten zu dieser Koppel, war indes falsch. Und keiner der Beteiligten wusste, wem die Pferde gehörten. Weder das Sachsenhäger Ordnungsamt noch die Polizei konnten das Rätsel lösen. Dalbogk wandte sich zuletzt an den Rundfunk, um Kontakt zu dem fraglichen Pferdehalter herstellen zu können.

Tatsächlich wurde der Gesuchte im Laufe des gestrigen Tages ausfindig gemacht. Des Rätsels Lösung lag eigentlich nah, aber gut versteckt. Keine 500 Meter von ihrer Koppel entfernt, so Dalbogk, befand sich die Weide, von der die beiden „Streuner“ ausgebüxt waren. Der Eigentümer stammt laut Dalbogk aus Wiedenbrügge-Schmalenbruch.

Damit können Ordnungsamt und Polizei die Sache zu den Akten legen. Es muss weder ein Quartier für die beiden Pferde gefunden werden, noch ist ein Schadensausgleich zu klären. „Ich hatte dem Ordnungsamt ohnehin gesagt, dass die Pferde nicht in irgendeinem Zwinger landen sollten. Nur wollte ich sie auch nicht dauerhaft für lau versorgen“, erklärte die Lüdersfelderin.

Wegen der entstandenen Kosten und wegen des Schadens am Gatter wollen sich die Pferdehalter untereinander einigen.




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