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Mehr als 600 Aktenordner gehen zur Auswertung an ein Projekt der Konrad-Adenauer-Stiftung

Pörtners politisches Leben wird archiviert

Bückeburg (jcp). Einladungen, Stellungnahmen, Pressemitteilungen, Zeitungsartikel: Der Bückeburger CDU-Politiker Friedel Pörtner hat nahezu jeden Schnipsel im Zusammenhang mit seiner Karriere aufbewahrt und archiviert. Jetzt wird er seine 659 DIN A 4-Ordner dem zur Konrad-Adenauer-Stiftung gehörenden „Archiv für christlich-demokratische Politik“ in Sankt Augustin überlassen.

veröffentlicht am 23.08.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 21:21 Uhr

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120 Mappen mit Inhalten über die Junge Union und die CDU etwa von 1968 bis 1987 hätten Vertreter des Archivs bereits abgeholt, berichtet Pörtner. „Ein bisschen Herzblut“ gebe er mit seinen penibel gesammelten Unterlagen zwar durchaus in fremde Hände: „Da steckt ein großer Teil meines Lebens drin.“ Dennoch sei er froh, dass die Aktenberge nicht länger nur vollstauben, um irgendwann von den Nachfahren auf den Müll geworfen zu werden.

Das Archiv protokolliert die Geschichte der Christdemokraten und ist dankbar für Sammlungen wie die von Pörtner, denn kaum jemand sammelt Aufzeichnungen derart akribisch und heftet sie in chronologisch richtiger Reihenfolge ab. Ein kleiner Schatz ist da zutage getreten, nachdem die Archivare zunächst den Vorstand der Kreis-CDU mit einer Anfrage bezüglich alter Zeitungsartikel und Ähnlichem kontaktiert hatten.

Pörtner trat 1968 der Jungen Union bei. Sein Werdegang führte ihn bis in den niedersächsischen Landtag, wo er unter anderem 18 Jahre lang medienpolitischer Sprecher seiner Fraktion war. Nach eigenen Angaben seit frühester Kindheit begeisterter Zeitungsleser hat Pörtner die Informationen ursprünglich gesammelt, „weil das im Nachhinein der Wahrheitsfindung dienen“ könne. Etwa in den Neunzigern sei in dem Politikwissenschaftler der Gedanke gereift, das Gesammelte zu nutzen, um einen Doktortitel zu erlangen.

Das stellte sich aber als planerisch zu aufwendig heraus. „Zum Beispiel hätte ich erst einmal einen Dozenten finden müssen, der bereit ist, einen Promovierenden in meinem Alter zu betreuen“, erklärt Pörtner. Dass er bis heute ohne Unterbrechung politisch aktiv gewesen ist – inzwischen noch als Ratsherr in Bückeburg und Vorsitzender der Senioren-Union – hätte das Unterfangen wohl nicht einfacher gemacht.

Da kam das Angebot des christlich-demokratischen Archivs gerade recht. Zwar bezweifelt Pörtner, dass alle Schriftstücke in den rund 650 Ordnern es wert sind, für die spätere Auswertung digitalisiert zu werden. Vieles aber werde sich wohl als aufschlussreich erweisen.

Die Sperrfrist nach der Aufnahme ins Archiv beträgt 30 Jahre. Dann kann die Forschungsarbeit beginnen. „Da steckt viel drin über die CDU, lokal und überregional“, ist der Politik-Veteran sicher. „Und zwar mit Höhen und Tiefen.“

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