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Oldtimertrecker-Treffen an der Rodenberger Windmühle

Poliertes Blech vor alter Mauer

Rodenberg (nah). Die alte Rodenberger Windmühle hat einen Tag lang nicht minder historische Konkurrenz bekommen. Freunde von Oldtimertreckern trafen sich am höchsten Punkt der Deisterstadt. Viel blinkendes Blech stand fast direkt vor den betagten Mauern.

veröffentlicht am 14.05.2010 um 17:05 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:22 Uhr

Emanuel Tobschirbel ist die Erleichterung anzusehen. Für seinen fast 50 Jahre alten Porsche Master wie auch den rund 50 anderen Ackerfahrzeugen der Vereine Bad Nenndorf, Apelern und Auetal ist die steile Auffahrt durchaus eine Herausforderung. „Da kann schnell mal ein Kolbenfresser sein“, weiß der Bastler aus langer Erfahrung, „aber heute sind alle heil hochgekommen“. Nun stehen die bis ins kleinste Detail gewienerten Schlepper in Reih und Glied. Immer mehr Augenpaare schauen bewundernd auf Motor, Reifen und Lenkrad. Es muss viel Mühe bereitet haben, ein in Jahren strapaziertes Arbeitsgerät für den beschaulichen Sonntagsausflug oder als wirkungsvolles Ausstellungsstück herzurichten.

Auf „zwei Jahre“ beziffert Tobschirbel zum Beispiel seinen Aufwand, den seltenen Acker-Porsche zum neuen Vorzeigeobjekt zu machen: „Der sah aus wie ein Stück Rost.“ Einst tuckerte er auf Wendthäger Feldern; Heute steuert sein Besitzer das Ungetüm nur zu gern zu Treffen Gleichgesinnter. Bereits zum dritten Mal ereignete sich das jüngste Trecker-Rendezvous an der Windmühle. Am kommenden Sonntag wird er wohl auch in Apelern zu bewundern sein (siehe Fakten).

Unterdessen freute sich Bettina Schwarz einmal mehr über viele Besucher in „ihrer“ Windmühle. Zusammen mit Ehemann Thomas hat sie sich bereit erklärt, wenigstens einmal im Monat die schwere Tür zu Rodenbergs markantem Wahrzeichen zu öffnen. „Ich bin überrascht von der Resonanz“, bilanziert sie die ersten Termine. Dabei gibt es eigentlich gar nicht viel zu sehen: Noch muss sie sich auf wenige Gegenstände, einige Zeichnungen und etliche Bilder beschränken: „Wir stehen wirklich erst am Anfang.“

Aber der Ehrgeiz ist da, Exponate und Wissen bald zu ergänzen. Gerade erst hat die Soldorfer „Dorfgemeinschaft“ mit ihrem Spaziergang auf dem alten Mühlenweg neugierig gemacht. Schon forscht sie nach Müllerrechten und altem Mühlenzwang.

Vielleicht kann sie schon bei den nächsten Terminen noch viel mehr erzählen: Am Pfingstmontag, 24. Mai, ist beim bundesweiten Mühlentag natürlich auch das Rodenberger Gebäude zu besichtigen.

Und auch am Sonntag, 6. Juni, schließt Bettina Schwarz wieder die Tür auf. Vielleicht gibt es dann wieder „Mühlenschluck“.

Diesmal blieb die Flasche zu. Dafür erhielten alle weiblichen Besucher eine Rose.




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