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Polizeisprecher: Junge Frau Opfer einer Krise

Polizei findet Mutter des Findelkindes

Bad Oeynhausen. Die Polizei hat die Mutter des am vergangenen Sonnabend vor der Kurklinik Bad Oexen gefundenen Säuglings ermittelt. Die Beamten des zuständigen Kriminalkommissariates aus Minden konnten die Frau am Mittwoch ausfindig machen. Sie stammt aus dem Kreis Minden-Lübbecke.

veröffentlicht am 05.02.2009 um 17:54 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 11:21 Uhr

In einem langen Gespräch mit den Kriminalbeamten wurde deutlich, dass sich die Frau in einer Krisensituation befindet. Über die Medien hat sie sich in den letzten Tagen über das Wohlergehen ihres kleinen Mädchens informiert. Außerdem war sie nach eigenen Angaben drauf und dran, sich anonym zu melden. Zum Schutz der Frau – sie ist nicht minderjährig – und des Kindes gibt die Polizei keine weiteren Einzelheiten zu ihren Ermittlungen sowie den Umständen der Geburt bekannt. „Wir haben keine Täterin gesucht, sondern ein Opfer“, sagt die Polizei. „Weiterhin sind wir froh, mit unserer Arbeit dazu beigetragen zu haben, dass das kleine Mädchen nun kein Findelkind bleiben muss“, so die Beamten weiter. Die polizeilichen Ermittlungen sind damit abgeschlossen.

Nach den ersten Gesprächen mit den ermittelnden Beamten der Kreispolizei Minden-Lübbecke wurde das Jugendamt der Stadt Bad Oeynhausen hinzugezogen. Die Mutter steht im Kontakt mit dem Jugendamt. Ziel der Gespräche ist es nun, der jungen Frau Perspektiven für die Rückkehr des Babys zu ihr aufzuzeigen. Daneben wird sie aber auch umfassend über den Verlauf eines Adoptionsverfahrens und die Auswirkungen einer Adoption beraten. Die Beratungsgespräche dienen dazu, die Entscheidung der Mutter über die Zukunft ihres Kindes ohne Druck und unter Berücksichtigung aller Alternativen zu ermöglichen.

Hilfen angeboten

Gleichzeitig werden die Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt, wie finanzielle Unterstützungen oder die Hilfe durch eine Hebamme. Im Zuge der sozialpädagogischen Familienhilfe wird die Mutter beraten und ihr eine Begleitung im heimischen Haushalt angeboten. Sofern eine Aufnahme dort nicht möglich sein sollte, wäre eine Vermittlung in eine Mutter-Kind-Einrichtung denkbar. Die beratenden Gespräche werden in den kommenden Tagen fortgesetzt.

Währenddessen wurde der Säugling, nachdem keine weitere medizinische Betreuung notwendig war, am Mittwoch an die Bereitschaftspflegefamilie übergeben. Diese Familie ist darauf vorbereitet, das Baby für die kommenden Tage und nötigenfalls auch Wochen aufzunehmen.




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