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110 Fahrradfahrer kontrolliert / Suche nach gestohlenen Drahteseln / Codierung zeigt Wirkung

Polizeibeamte treffen auf viele "alte Bekannte"

Bückeburg (mig). "Halt!" Polizeioberkommissar Georg Ellinger winkt eine Radfahrerin zu sich heran. Man kann die junge Frau förmlich denken hören: "Was habe ich nur falsch gemacht, bin ich auf der richtigen Seite gefahren?" Schnell beruhigt der Gesetzeshüter die Radlerin: "Die Kontrolle dient nur ihrer Sicherheit."

veröffentlicht am 08.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

Als Ellinger sich dannüber den Rahmen beugt, macht er eine Entdeckung: "Das ist ja ein alter Bekannter." In den Rahmen ist eine Code-Nummer eingefräst, was die Überprüfung wesentlich vereinfacht. Per Funk fragt er an, ob ein Fahrrad mit dieser Nummer als gestohlen gemeldet wurde. "Nein, alles in Ordnung", krächzt es aus dem Funkgerät, freie Fahrt also für die junge Frau. Ein Grund für die vom Polizeikommissariat Bückeburg durchgeführten groß angelegten Radkontrollen ist die erschreckende Zunahme von Fahrrad-Diebstählen. Da Autoradios inzwischen gut geschützt sind, verlegen sich Kleinkriminelle immer mehr auf teure Räder. Im Jahr 2005 wurden im Zuständigkeitsbereich des Kommissariats 200 Zweiräder entwendet, das waren fast 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mit einer Vielzahl von Aktionen in Bückeburg und Umgebung wollen die Beamten diese Entwicklung abbremsen. Natürlich hoffen sie auch auf das Glück des Tüchtigen. Georg Ellinger: "Wir versuchen heute mal, ein paar der gestohlenen Räder zurück zu bekommen." Um derartige Zuwachsraten in der Statistik künftig zu verhindern, bauen die Beamten zusätzlich auf Prävention. Das ist notwendig, weil viele Bürger es den Dieben ziemlich leicht machen. Obwohl es gute Schlösser auch zum kleinen Preis gibt, wird am falschen Ende gespart. Polizeioberkommissar Werner Kurzmann: "Wir hatten da Leute, die waren stolz darauf ihre Schlösser zum Schnäppchenpreis bei ,Toys are us' gekauft zu haben." Wie stiefmütterlich Fahrräder teilweise gesichert werden, mussten die Polizisten bei einer Inspektion des Bahnhofgeländes feststellen. "Wir haben viele billige Spiralschlösser zu Gesicht bekommen, die keinen guten Schutz gegen Diebe bieten", machte Kurzmann deutlich. Den Vogel schoss aber ein Unbekannter ab, der seinen Drahtesel mit einem Laken "angeleint" hatte. Derartige Extrem-Fälle gab es bei den Aktionen auf dem Marktplatz, am Bücki und an der Sparkasse aber nicht. Zwar monierten die Polizisten das eine oder andere Detail, waren aber im Großen und Ganzen mit der Ausstattung der Räder zufrieden. Die etwa 110 Kontrollen führten zwar zu keinem Fahndungserfolg, immerhin wurde der Erfolg der parallel laufenden Codierungsaktion deutlich. "Wir haben hier viele Räder wiedergetroffen", meinte Kurzmann zufrieden. Zudem konnten die Beamten den Bürgern den nächsten Termin mit auf den Weg geben: Fahrrad-Codierung am heutigen Dienstag, 8. August, von 10 bis 16 Uhr auf dem Hof der Polizeidiensstelle Ulmenallee.




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