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Für Aktion des Gymnasiums

Polly (9) sammelt 3000 Deckel für guten Zweck

RINTELN. Ein Vierteljahr lang hat Polly (9) aus Rinteln vor allem eine Leidenschaft gehabt: Deckel von Getränkeflaschen sammeln. Damit will sie eine Aktion des Gymnasiums Ernestinum unterstützen.

veröffentlicht am 21.12.2017 um 14:29 Uhr

Haben etwa 3000 Flaschendeckel für den guten Zweck gesammelt: Phillie (l.) und Polly aus Rinteln. Foto: mld
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite
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RINTELN. Etwa 3000 Deckel sind es, die Polly und Phillie in ihrem Hausflur ausschütten können. 3000 Deckel, das ist ein ordentlicher Berg.

Die beiden Schwestern, 9 und 8 Jahre alt, haben diese Deckel in den vergangenen Wochen gesammelt. Vor allem Polly hat sich im letzten Vierteljahr sehr engagiert, hat Freunde und Verwandte gefragt und überall, wo es ging, die Deckel von Getränkeflaschen eingesammelt.

Das alles dient einem guten Zweck. Über die Schwester einer Freundin hatte sie erfahren, dass derzeit am Gymnasium Ernestinum Deckel gesammelt werden, um Kinder in Entwicklungsländern Polio-Impfungen zu finanzieren sowie die Ausbildung eines Blindenhundes. 500 Deckel sollen zum Beispiel schon für eine Impfung gegen die gefährliche Kinderlähmung reichen.

Die Schwestern Polly (r.) und Phillie aus Rinteln haben lange gesammelt, um diesen Berg Flaschendeckel für einen guten Zweck zustande zu bringen. Gedacht sind die Deckel für eine wohltätige Aktion des Gymnasiums Ernestinum. Foto: mld
  • Die Schwestern Polly (r.) und Phillie aus Rinteln haben lange gesammelt, um diesen Berg Flaschendeckel für einen guten Zweck zustande zu bringen. Gedacht sind die Deckel für eine wohltätige Aktion des Gymnasiums Ernestinum. Foto: mld

Polly selber geht noch auf die Grundschule, die Schwester der Freundin aufs Gymnasium. Auch im Hort, den Polly besucht, werden derzeit fleißig Deckel gesammelt.

„Polly hat alles mobilisiert“, erzählt ihre Mutter Sarah Kroll-Pappas. „Das Sammeln nahm kein Ende mehr.“

Als 3000 Deckel zusammen waren, wollte die Familie Pappas diese beim Gymnasium abgeben. Doch hier erhielt Kroll-Pappas nach eigenen Angaben keine konkrete Auskunft über das Projekt. Als sie zudem fragte, wo ihre Tochter die Sammelstücke abgeben könnte, habe sie zu hören bekommen, sie könne sie beim Hausmeister abgeben. „Wir erwarten keine großen Gesten, aber zumindest ein Dankeschön“, sagt Sarah Kroll-Pappas. Deshalb habe sie sich an die Zeitung gewandt. Am Ernestinum ist am letzten Tag vor den Weihnachtsferien zu erfahren, dass die Aktion schon länger läuft und von der Schülerverwaltung organisiert wird. Die Deckel sollen schließlich durch eine Lehrerin weitergereicht werden.

Der Verein „Deckel gegen Polio“ setzt sich zum Beispiel dafür ein, durch die Plastikdeckel von Wasserflaschen, Saft- oder Milchkartons Polio-Impfungen zu finanzieren. Die Deckel werden durch den Verein an einen Verwerter verkauft. Die Erlöse gehen dann dem weltweit agierenden Rotary-Projekt „End Polio Now“ zu.

Phillie und Polly freuen sich indessen, dass sie so viele Deckel zusammenbekommen haben. Polly, erzählt ihre Mutter, habe nicht nur selber gesammelt, sondern auch dazu mobilisiert. So habe die Großmutter ebenfalls viele Deckel beigesteuert ebenso wie Bekannte aus Düsseldorf. Auch im Getränkemarkt habe sie nachgefragt. „Alles bei uns war voller Deckel“, erinnert sich Sarah Kroll-Pappas lachend. So bald wie möglich soll Pollys Sammlung daher ans Gymnasium gehen.

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