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Mehr als 3000 Gäste beim Weihnachtsmarkt unter Tage / Aus knackiger Kälte geht’s in wohlige Stollen

Premiere: Tausende trinken Glühwein im Berg

Kleinenbremen (ly). Normalerweise geht man zum Weihnachtsmarkt und kämpft mit Glühwein tapfer gegen die Kälte an. In Kleinenbremen läuft das anders: Bei Außentemperaturen um 15 Grad minus drängen sich die Menschen am Samstag vorm Besucherbergwerk. Nach dem Betreten des zugigen Eingangsbereiches schlägt ihnen für einen Moment eisiger Wind entgegen, Nebel versperrt die Sicht. Und dann wird alles gut.

veröffentlicht am 20.12.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 08:41 Uhr

Wohlige Wärme umfängt die Gäste. Neun bis elf Grad (plus), die das ganze Jahr über unter Tage herrschen, gehen locker als das Doppelte durch. „Wie im Wohnzimmer“, sagt Dr. Johannes Großewinkelmann, Geschäftsführer von Besucherbergwerk und Museum. Nach längerer Zeit machen sich die 95 Prozent Luftfeuchtigkeit im Berg dann doch bemerkbar, die Kälte kriecht an den Beinen hoch. Aber wozu gibt es Glühwein?

Großewinkelmann hat allen Grund, mit der Premiere zufrieden zu sein. Allein am Samstag haben nach Angaben der Veranstalter bis zu 1800 Menschen Deutschlands ersten und einzigen Weihnachtsmarkt unter Tage besucht. „Ein Spitzentag“, zog der Geschäftsführer Bilanz. „Und nur positive Reaktionen.“ Für den gestrigen Sonntag wurde ein ähnlicher Ansturm erwartet.

Weihnachtsmarkt im Christ-Stollen – das gibt es nur in Kleinenbremen. In den Gängen ist zeitweise kaum ein Durchkommen, viele der 34 Stände sind stets dicht umlagert. Im Tscherper-Raum, früher die Kantine der Bergleute, läuft das Rahmenprogramm. Und die Lasershow bietet das versprochene „Feuerwerk der Sinne“. Ausgediente Maschinen erinnern an die goldenen Zeiten des Bergbaus und sorgen für einen reizvollen Kontrast.

Mit einem kräftigen „Glück auf!“ hatte Minden-Lübbeckes Landrat Dr. Ralf Niermann den Weihnachtsmarkt eröffnet und ein „enormes Echo“ festgestellt: „Selbst in Zeiten, wo sich Veranstaltungen häufen, hat man mit einem einmaligen Angebot eine Chance.“ Das Besondere in Kleinenbremen sei die Verbundenheit der Akteure vor Ort. „Alle bringen sich ein.“

Jene Helfer im Hintergrund sieht man nicht. Auf der Bühne zeigt der Chor der Grundschule das Weihnachts-Mini-Musical „Die Mäuse von Nazareth“, das örtliche Theater „Spektakulär, Spektakulär“ bittet zur Märchenstunde für Kinder.

Das Weser-Gymnasium Vlotho präsentiert eine Lightshow, die diverse Besucher zunächst für die deutlich größere Lasershow halten. Hinzu kommen Auftritte des Gemischten Chores Lahde, des A-Cappella-Chores „Schallbonbons“ sowie eine Lesung mit Frank Suchland.

Von dem Ansturm profitieren die Aussteller. „Am ersten Tag haben wir bereits zwei Drittel unseres Sortiments verkauft“, berichtet Volker Mundhenke am Stand des Vereins „Pinocchio für Afrikas Kinder“, wo Kunsthandwerk aus Namibia angeboten wird. Der Erlös fließt zurück auf den schwarzen Kontinent.

Rainer Besser, Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule, der tütenweise Plätzchen verkauft, zeigt sich ebenfalls „sehr zufrieden“, während Walter Kunz, Vize im Heimatverein, die Vielfalt lobt: „Und davon bekommen wir etwas ab.“

Zwei von Tausenden Besuchern, die den Steinbruch höchst angetan verlassen, sind Richard und Erika Simon aus Exter. „Sehr beeindruckend“, stellen sie fest. „Das sollte man wiederholen.“ Versprochen.




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