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Stimmung, Wetter und Interpreten passen beim „Blindow-Jazz-Meeting“ bestens zueinander

Prima, passabel, imponierend

BÜCKEBURG. Prima Stimmung, passables Wetter und imponierende Interpreten – der jetzt sechsten Auflage des „Blindow-Jazz-Meetings“ hat es an nichts gemangelt, das einen erfolgreichen Verlauf hätte behindern können. „Ich denke, Sie haben mit Ihrem Besuch eine gute Wahl getroffen“, sagte Professor Dr. Andreas Blindow eingangs seiner kurzen Begrüßungsrede.

veröffentlicht am 12.08.2018 um 13:42 Uhr
aktualisiert am 12.08.2018 um 17:00 Uhr

Sympathieträger des Meetings: Jan Luley und Brenda Boykin. Foto: bus
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Autor

Herbert Busch Reporter
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Er freue sich auf Musik im New-Orleans-Style, Blues und ein bisschen Boogie sowie auf lebensfrohe Südstaaten-Atmosphäre, gab der Blindow-Direktor zu verstehen, der ebenso wie Mitorganisator Siegfried Groth einen besonderen Dank an die mehr als 40 unterstützenden Sponsoren aussprach. „Ich wünsche Ihnen einen Abend, an den Sie sich gern erinnern werden“, fügte Groth an.

Multiinstrumentalist und Sänger Helmut Rinne, der gemeinsam mit dem Gitarristen Christoph von Storch das Duo „Little Jazz“ bildet und für die musikalische Regie im Garten und auf der Terrasse des Herminen-Palais verantwortlich zeichnete, trug dafür Sorge, dass Groths Wunsch in vollem Umfang in Erfüllung ging.

Dafür sorgten auch einige Überraschungen im Programmablauf. Bereits vor der als eigentliche Eröffnung angekündigten Parade der Blindow-Brass-Band, die als traditionelle New-Orleans-Marching-Band – …when the saints go marching in – daherkam, standen Musiker auf der Bühne. Und zwischendrin gab’s ein zuvor nicht publiziertes Gastspiel der Delta Mood Jazzband.

Zu den Musikern zählten in unterschiedlichen Besetzungen außer Rinne und von Storch Uli Schulz (Trompete/Flügelhorn), Ralf Böcker (Tenor-Saxofon), Mathias Grabisch (Posaune, Sousaphon), Jan-Hendrik Ehlers (Klavier, Posaune), Martin Homeier (Kontrabass) und der Schlagzeuger Hajo Lehmann.

Höhepunkt des Meetings war unterdessen der Auftritt des um die Sängerin Brenda Boykin verstärkten Jan Luley Trios. Jan Luley gehört Expertenmeinungen gemäß als Tastenvirtuose zur europäischen Spitzenklasse für traditionellen Jazz, Blues, Gospel und New Orleans Style Piano. Er lernte bei und von den Pianisten in New Orleans und ist eng mit der dortigen Musikszene verbunden. Das Auditorium erkannte rasch, dass seine stilistische Vielfalt, seine musikalische Kreativität und seine Virtuosität ihn zu einem der spannendsten Musiker der heutigen Zeit machen.

Den Kontrabass bediente Paul G. Ulrich (Köln), der unter anderem als langjähriger Bassist von Paul Kuhn bekannt wurde. Schlagzeuger Tobias Schirmer (Würzburg) gewann schon als Jugendlicher mehrere Preise. Hohe Sensibilität, bemerkenswertes Klangbewusstsein und eine stilistisch nahezu grenzenlose Flexibilität gelten als seine Markenzeichen.

Brenda Boykin faszinierte das Publikum nicht nur mit einem außergewöhnlichen Stimmumfang, sondern auch mit sympathischer Spontaneität – „Ich weiß nicht, was die Band will“ – und (obwohl seit einem Schlaganfall in ihren Bewegungen behindert) enormer Bühnenpräsenz. Sie spielte auf vielen internationalen Festivals, war auf dem 39. Montreux Jazz Festival Gewinnerin des Wettbewerbs „Montreux Under the Sky“ und ihr Quartett wurde als beste Band des gesamten Outdoor-Festivals ausgezeichnet.

„Wir haben uns 2000 während einer Jazz-Kreuzfahrt im Mittelmeer kennengelernt, ich war sofort begeistert von ihrem Können und ihrer Ausstrahlung“, ließ Luley das Publikum wissen. Seinerzeit lebte sie noch in San Francisco, mittlerweile hat sie die US-Metropole mit Wuppertal getauscht.

Bleibt zu erwähnen, dass auch die von den Ratskeller- und Hofapotheken-Teams offerierten Verpflegungsangebote kaum einen Wunsch offen ließen und dass Siegfried Groth bereits auf den nächsten im Herminen-Palais servierten musikalischen Leckerbissen aufmerksam machte – am Sonnabend, 15. September, gastieren hier zum inzwischen 21. Mal Solisten der Berliner Philharmoniker.




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