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Einkaufszentrum Wesertor auf der Kippe

„Projekt akut gefährdet“

Minden/Bückeburg. Der Bau des Einkaufszentrums am Wesertor ist gefährdet. Der Hamburger Projektentwickler ECE hat die Stadtverwaltung Minden darüber informiert. Begründung: Das Projekt habe „leider keine risikoadäquate Wirtschaftlichkeit mehr.“

veröffentlicht am 03.09.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 13:21 Uhr

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Das liege hauptsächlich an den sehr hohen Grunderwerbskosten. Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern hätten bisher nicht den gewünschten Erfolg zur Preisreduzierung gebracht, so ECE-Projektleiter Nikolaus Thätner in seiner E-Mail an Mindens Bürgermeister Michael Buhre. Daher werde ECE „von den optionalen Grundstückskaufverträgen, die am 31. August 2013 auslaufen, zurücktreten.“

Bis 2017 sollte nach bisherigen Planungen auf dem Areal ein rund 23 000 Quadratmeter großes Center „Wesertorgalerie“ mit großen Ankermietern wie C&A und Saturn entstehen. In öffentlichen Foren haben Projektentwickler und Bürger bereits gemeinsam Grundsätze zur Quartiersentwicklung festgelegt.

Die ECE sehe weiterhin Chancen für die Verwirklichung, heißt es aus der Mindener Stadtverwaltung. Die von einer „unerwarteten“ Nachricht aus Hamburg sprach. Auch wenn die Stadt Minden die Aussagen zu den Grunderwerbskosten grundsätzlich nachvollziehen könne, halte sie die geplante Centerentwicklung nicht nur aus städtebaulicher Sicht für notwendig. Die Stadt hoffe sehr, dass es der ECE gelingen werde, im weiteren Verlauf der Gespräche „ein für uns alle erfolgreiches Ergebnis zu erzielen und die gewünschte Entwicklung im Wesertor-Quartier zu ermöglichen“, so die Stellungnahme von Bürgermeister Michael Buhre. Welche Auswirkungen die aktuelle Situation auf den laufenden Planungsprozess habe, könne erst in den nächsten Tagen beurteilt werden.

Unter jenen, die die Planungen in Minden begleiten und verfolgen, löste die Nachricht teils Bedauern, teils Nachdenken aus. Und die vehementen Kritiker der „Wesertorgalerie“ freuten sich. Auch Bückeburg hatte immer mit Argwohn auf die Pläne der Mindener Nachbarn geschaut, man befürchtet Kaufkraftabflüsse, hatte aber auch immer darauf hingewiesen, sich auf die eigene Stärke konzentrieren zu wollen.

Wie der Vorsitzende von „Handel aktiv“, Joachim Scheffler, auf Anfrage sagte, würde es die Bückeburger Kaufmannschaft nicht bedauern, „wenn aus dem Projekt nichts wird“. Laut dem Einzelhandelsgutachten wäre bei der geplanten Verkaufsfläche ein Kaufkraftabfluss aus Bückeburg von bis zu 3,7 Millionen Euro zu erwarten gewesen. Seine Hoffnung sei immer gewesen, ,dass die Bückeburger ein halbes Jahr neugierig in der Nachbarschaft eingekauft hätten, um dann zurückzukehren. Aber: „Wenn das Einkaufszentrum nicht kommt, werden wir einmal kräftig durchatmen“. rc

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