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Fachleute wollen am 9. März im Dorfkrug die Bevölkerung informieren

Projekt Biogasanlage in Nammen: Noch gibt es viele offene Fragen

Nammen/Bückeburg (mt). Die geplante Ansiedlung einer Biogasanlage und weiterer Gewerbebetriebe in Nammen an der Stadtgrenze zu Bückeburg sorgt für Verunsicherung und Fragen in der Bevölkerung. Fachleute wollen am Montag, 9. März, der Öffentlichkeit Rede und Antwort stehen. Das wurde jetzt im Planungsausschuss der Stadt Porta mitgeteilt. Dort haben die Politiker einstimmig die Änderung des Bebauungsplanes „Gewerbegebiet Nammen“ auf den Weg gebracht. Im Verfahren wird auch der Bezirksausschuss Nammen beteiligt.

veröffentlicht am 22.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 08:41 Uhr

Im dortigen Dorfkrug erhalten Bürgerinnen und Bürger am 9. März von 19 Uhr an wesentliche Informationen. Dass diese bislang nur mangelhaft sind, machten im Planungsausschuss unter anderem Zuhörer in ihren Stellungnahmen deutlich. Ein Anwohner des Gewerbegebietes bemängelte zudem den schlechten Zustand der Straßen, die zusätzlicher Lkw-Verkehr weiter in Mitleidenschaft ziehen werde.

Der Lerbecker Ulf-Wilhelm Henning befürchtet, dass in Nammen eine große Biogasanlage mit industriellem Charakter und einer Leistung von möglicherweise 1,4 Megawatt entsteht. Dementsprechend werde eine riesige Substratfläche benötigt. Henning sprach von 600 bis 700 Hektar Fläche („das Doppelte von Nammen), auf denen beispielsweise Mais angebaut werden müsse, um solch eine Anlage zu versorgen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen für die heimischen Landwirte wären beträchtlich, weil solch ein Industriebetrieb „den Pachtmarkt dominiert“.

Henning wies auch darauf hin, dass eine Mais-Monokultur die Schwarzwild-Population weiter erhöhen werde, weil die Tiere dann noch mehr Rückzugsmöglichkeiten hätten. Und für die folgende Zunahme an Wildschäden müssten letztlich die Landwirte aufkommen.

Politiker grundsätzlich

für das Projekt

Der Lerbecker Landwirt dementierte auf Anfrage Informationen, denen zufolge in der heimischen Landwirtschaft konkrete Pläne für die Errichtung eigener Biogasanlagen existierten. Es gebe allenfalls Gedankenspiele, sagte Ulf-Wilhelm Henning. „Das wäre dann vielleicht eine 150-Kilowatt-Anlage auf Güllebasis.“ Und damit „eine ganz andere Liga“ als ein industrieähnlicher Betrieb mit Megawatt-Dimension.

Wie berichtet, soll die Biogasanlage die Ansiedlung von weiteren Betrieben nach sich ziehen. Die Rede ist von Pflanzenzucht- und Aquakulturanlage (mit jeweils 20 000 Quadratmeter Fläche) und einem Investitionsvolumen von insgesamt 20 Millionen Euro. Um den Lkw-Verkehr nicht quer durchs Gewerbegebiet zu leiten, soll ein direkter Anschluss an die Rintelner Straße geschaffen werden.

Die Politiker sind grundsätzlich für das Nammer Großprojekt. Friedrich Vogt (Bündnisgrüne) sagte angesichts der erwarteten Ansiedlung gleich mehrerer Betriebe und des damit verbundenen Straßenausbaus, dass „nun mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden“. Schließlich warte die Stadt schon lang darauf, in dem Gebiet endlich Flächen zu verkaufen.




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