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Konzern muss Angaben zum Cash Flow oder zu Beteiligungen nachreichen oder korrigieren

Prüfer bemängeln Neschen-Bilanz von 2007

Bückeburg (rc). Die Neschen AG hat Ärger mit der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung gehabt. Die Prüfer stellten fest, dass der Konzernabschluss 2007 fehlerhaft ist. Als Folge musste die Neschen AG im Bundesanzeiger fehlende Angaben nachreichen sowie Darstellungen zur Kapitalflussrechnung korrigieren. Insbesondere Aktionäre sind von der mangelhaften Rechnungslegung betroffen, da sie ihr Investment nicht in ausreichender Form hätten überprüfen können.

veröffentlicht am 05.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 07:21 Uhr

So hatte der Konzern in der Bilanz 2007 festgestellt, einen positiven Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 1,15 Millionen Euro erreicht zu haben. Allerdings hatte er einen Betrag in diese Zahl saldiert, der dort nach den sogenannten International Accounting Standards, internationalen Regeln zur Vergleichbarkeit von Konzernabschlüssen, nicht hätte eingerechnet werden dürfen, wie die Prüfer feststellten. Nach Herausrechnen dieser Summe ergab sich ein negativer Cash Flow von knapp 30 000 Euro.

Weiter zog die Neschen AG den Unwillen der Prüfer auf sich, weil sie Darlehens- und Beraterverträge mit ihr nahestehenden Personen geschlossen hatte, deren Inhalt und Beträge entgegen den internationalen Regeln nicht im Konzernanhang angegeben war. Diese Beraterverträge hatten bereits auf der außerordentlichen Hauptversammlung im November 2008 für Unruhe gesorgt. Damals musste Vorstand Stefan Zinn auf entsprechende Nachfragen von Aktionären darlegen, warum unter anderem sein Vater Rolf Zinn, auch damals schon Aufsichtsrat der Neschen AG, einen Beratervertrag hat, bis zu 37 000 Euro dafür erhielt und was dafür für Arbeit geleistet werden musste.

Ärger gibt es auch mit der amerikanischen Tochter, wo die Prüfer bemängeln, dass diese Beteiligung in den Konzernabschluss eingerechnet worden ist, ohne Angaben über die Anteilsquote, die lang- und kurzfristigen Vermögenswerte und Schulden sowie die Aufwendungen und Erträge zu machen. Auch notwendige Angaben zu offenen Salden und Geschäftsvorfällen seien unterblieben.

Bemängelt wurde zudem, dass aus dem Konzernabschluss nicht hervorgeht und beurteilt werden kann, welche Risiken durch bestimmte Finanzierungsinstrumente entstehen. Die Prüfer bemängeln, dass insbesondere das zukünftige Liquiditätsrisiko aufgrund der Verbindlichkeiten gegenüber einem Bankenkonsortium in Höhe von 50,8 Millionen Euro nicht beurteilt werden könne, obwohl bereits 2007 eine Verschärfung des Risikos dadurch entstanden war, dass der Konzern bestimmte, mit dem Bankenkonsortium vereinbarte, Finanzkennzahlen nicht erreicht hatte. Eine erneute Verletzung dieser Zahlen hätte die vorzeitige Kündigung des neuen Kreditvertrages, der im März 2008 abgeschlossen wurde, zur Folge haben können.

Die finanzierende Bank hat Anfang 2009 der Neschen-Gruppe Forderungen in Höhe von 22,3 Millionen Euro erlassen. Im Gegenzug wurden neue Besserungsabreden getroffen.




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