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Pressesprecher der AOK Hannover nimmt zu Streit zwischen Arzt und Patient Stellung

PSA-Test: Eine Altersgrenze gibt es nicht

Rinteln (rd). In Rinteln war es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Patienten und einem Arzt um die Bezahlung eines sogenannten PSA-Tests bei einer Vorsorgeuntersuchung gekommen (wir berichteten).

veröffentlicht am 24.07.2008 um 00:00 Uhr

Jetzt hat dazu auch die AOK Niedersachsen in Hannover Stellung genommen. Pressesprecher Klaus Altmann erläuterte die aktuelle Situation: "Der PSA-Test ist, wie richtig berichtet worden ist, nicht Bestandteil der auf Bundesebene zwischen Krankenkassen und Ärzteschaft vereinbarten Früherkennungs-Richtlinien. Damit ein breit eingesetztes Untersuchungsverfahren in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen werden kann, muss es bewiesen haben, dass der Nutzen den Aufwandüberwiegt. Dieser bemisst sich aber nicht nur in den unmittelbaren Kosten, sondern zum Beispiel auch im Verhältnis von richtigen zu falschen und damit unnötig belastenden Testergebnissen. Für eine solche Entscheidung zieht der Gemeinsame Bundesausschuss große, multizentrische sowie internationale Studien heran. Aussagekraft und Zuverlässigkeit eines Tests sind hierbei wichtige Kriterien. Bei begründetem Verdacht auf eine Erkrankung kann der Arzt den Test natürlich dennoch auf Chipkarte abrechnen - und zwar unabhängig vom Alter des Patienten; eine Grenze von 50 Jahren gibt es in diesem Zusammenhang nicht. Entschließt sich ein Patient nach Beratung durch seinen Arzt, den PSA-Test aus eigenem Antrieb, also quasi vorbeugend, durchführen zu lassen, zahlt er ihn als sogenanntes IGeL-Angebot selber, wobei es durchaus Preisunterschiede zwischen einzelnen Praxen gibt." Der AOK-Bundesverband sieht den Test ebenfalls differenziert. Dazu heißt es in einer Presseerklärung: "Mancher Prostatakrebs lässt sich mit dieser Methode gar nicht nachweisen, und ein erhöhter PSA-Wert deutet auch nur in einem Drittel aller Fälle auf ein Karzinom hin. Die Entscheidung für oder gegen einen PSA-Test will gut abgewogen sein." Deswegen gibt es nun eine neue Online-Entscheidungshilfe. Sie stellt Chancen und Risiken anschaulich gegenüber. Unter dem Titel "PSA-Test - sinnvoll oder nicht?" hat der AOK-Bundesverband gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum, der Universität Bremen und dem Verbraucherzentrale Bundesverband das neue Angebot ausgearbeitet, das Ende des Monats öffentlich vorgestellt werden soll.




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