weather-image
21°
×

Stadt überlegt die Anschaffung von Audio-Guides für Kinder – oder können es QR-Codes richten?

QR-Code an der Kanzel?

Bückeburg. Die Stadt überlegt die Anschaffung von Audio-Guides für Kinder. An bestimmten Sehenswürdigkeiten der Stadt sollen während eines Stadtrundgangs gesprochene Infos zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten abgespielt werden – in kindgerechter Sprache und leicht verständlich.

veröffentlicht am 28.02.2016 um 12:41 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:15 Uhr

4299_1_orggross_r-cremers

Autor

Redakteur zur Autorenseite

Eine entsprechende Initiative stellte jetzt Sonja Diekmann von der Stadtkirchengemeinde in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kultur- und Tourismus vor. Technisch versierte Kinder hätten sie auf die Idee gebracht, einen solchen Audio-Guide zu entwickeln, als es im vergangenen Jahr um die Vorbereitung der 400-Jahr-Feier der Stadtkirche ging, und eine Kindergruppe bereits einen entsprechenden Guide für die Stadtkirche entwickelte.

Nun soll es nach den Vorstellungen von Sonja Diekmann die ganze Stadt sein. Während eines Rundgangs könnten entsprechende Beiträge gehört werden, die Reihenfolge der Abspielungen geändert oder aber unterbrochen werden, wenn es zum Eisessen geht. Die Texte sollen leicht verständlich sein: von Kindern für Kinder. Denn: „Kinder benutzen weniger Fremdwörter.“

Zwei Audio-Guides stellte sie dem Ausschuss vor: beide einfach zu bedienen, mit Lautsprechern oder Kopfhöreranschluss, ein geschlossenes System wegen der Datensicherheit, aber mit einem Display, auf dem der Titel der Sehenswürdigkeit, vor der man gerade steht, und ihre Nummer zu sehen ist. Angeschafft werden sollten die Guides im Zehnerpack mit einer entsprechenden Ladestation und in der Touristinfo ausgeliehen und wieder zurückgegeben werden. Der Anschaffungs-Preis: zwischen 3800 und 4200 Euro. Eventuell werde sich die Stadtkirchengemeinde finanziell beteiligen, hieß es von Sonja Diekmann auf Nachfrage aus dem Ausschuss. Die Pflege der Dateien soll mit stündlich um die 45 Euro zu Buche schlagen – falls die Pflege überhaupt erforderlich ist.

Im Ausschuss stieß die Vorstellung für das „sehr lohnenswerte Projekt“ auf viel Gegenliebe. Wir sollten es machen, die Kinder hätten es verdient, dass ihr Projekt umgesetzt wird und anderen Kindern Sehenswürdigkeiten erklärt werden. Auf die Frage, mit welchem Bedarf seitens der Kinder oder der Familien gerechnet wird, gab es keine klare Antwort.

Eine deutlich günstigere Lösung schlug Dieter Bals vor, der Geschäftsführer des Hubschraubermuseums: QR-Codes. Im Zeitalter der Smartphones – „jedes Kind hat doch schon so ein Ding“ – müssten nur die Codes gescannt werden, schon könnten von einer Homepage alle Infos und kindgerechte Audiodateien abgerufen werden. Die Texte könnten zu Hause noch einmal angehört werden, wenn das Kind es wolle. Die Stadt müsse nur Sorge dafür tragen, dass offenes WLAN zur Verfügung steht. Bals: „Im Museum arbeiten wir mit unseren Ausstellungsstücken nur mit QR-Codes.“ Eine gewisse Skepsis war im Ausschuss zu diesem Vorschlag hörbar, als die Frage aufkam: „Können Sie sich einen QR-Code unter der Stadtkirchenkanzel vorstellen?“

Der Ausschussvorsitzende Albert Brüggemann (SPD) schlug ob des neuen Vorschlags eine „gewisse Denkpause“ vor. In einer der nächsten Sitzungen wird also erneut beraten.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige