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„Resi“-Mitarbeiter gewinnt Preis beim renommiertesten Kurzfilmfestival im Bereich Mainstream

Radio-Moderator hat den Serienkiller am Draht

Bückeburg (jp). Mit dem „Shocking Shorts Award 2010“ hat der heimische Regisseur Carsten Vauth seiner noch jungen Karriere einen weiteren wichtigen Impuls verliehen. Der in Rinteln geborene und heute in Porta Westfalica lebende Nachwuchs-Filmer, der 2007 zusammen mit seinem Studienfreund Ruben Silberling in Bückeburg die BigBear Film GbR gründete, vielen Bückeburgern aber auch als Mitarbeiter des Residenz Kinocenters bekannt sein dürfte, erhielt den Preis mit Marco Riedl für den gemeinsamen Kurzfilm „On Air“.

veröffentlicht am 07.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 10:41 Uhr

Zustande gekommen ist das Projekt wegen Carsten Vauths Kurzfilm „Nullzwodreieins“, den er 2007 als Abschlussarbeit seines Studiums an der Medienakademie Marquardt in Dortmund inszenierte. Schon damals stand sein Studienfreund Marco Riedl hinter der Kamera, und bei den Dreharbeiten lernten beide auch TV-Schauspieler Markus Knüfken („Polizeiruf 110“, „Tatort“) kennen. Die Initiative zu der erneuten Zusammenarbeit ging von Riedl aus, der das Drehbuch zu „On Air“ verfasste.

Kein Stoff übrigens für schwache Nerven: Der 19-minütige Thriller, in den Studioräumen der Fachhochschule Dortmund gedreht und im Februar 2010 fertiggestellt, erzählt von dem Hobbypsychologen „Doc Rock“ (Markus Knüfken), der im Keller seines Hauses einen Piratensender betreibt. Als er sich während einer Livesendung darüber mokiert, warum die Polizei einen derzeit sehr aktiven Serienkiller nicht schon längst dingfest gemacht habe, hat er diesen urplötzlich am Telefon und damit live „on air“. Der „Nachtschlitzer“, der gerade eine Frau in seine Gewalt gebracht hat, zwingt sein Gegenüber am anderen Ende der Leitung zu einem satanischen Duell: Sein Opfer bleibt nur so lange am Leben, solange es „Doc Roc“ gelingt, ihn über das Telefon von dem Mord abzubringen…

Mit Charles Rettinghaus in der Rolle des Killers wurde ein weiterer sehr prominenter Name für das Kurzfilmprojekt gewonnen: Der deutsche Filmschauspieler ist vor allem als Synchronstimme von Robert Downey Jr., Jamie Foxx und Billy Zane bekannt. Carsten Vauth: „Wir wollten ganz bewusst eine markante, vielen Zuschauern bekannte Stimme für die Rolle des Killers, da dieser während der meisten Zeit des Films nur zu hören, aber nicht zu sehen ist.“ In der Rolle des Opfers ist Silke Natho zu sehen, bekannt durch Auftritte unter anderem in „Die Wache“, „Lindenstraße“, „Ein Fall für zwei“, „Verbotene Liebe“ und „Unter uns“. Alle drei Darsteller spielten übrigens ohne Gage. „Ansonsten wäre ein solches Projekt auch niemals zu finanzieren gewesen.“

Im Februar 2010 lief „On Air“ bereits auf dem Internationalen Filmfestival in Cannes in der „Shortfilm-Corner“. Beim diesjährigen Shocking Shorts Award im Rahmen des Münchener Filmsfests konnte sich „On Air“ dann in der Gunst der Jury, der unter anderem Christine Neubauer, Ralf Richter, Martin Semmelrogge, Rufus Beck und Oliver Berben angehörten, gegen 180 andere Produktionen durchsetzen. „Dieser Gewinn ist umso wichtiger, weil es sich um das renommierteste Kurzfilmfestival im Bereich Mainstream handelt“, so Carsten Vauth. „Aus jedem, der dort einmal gewonnen hat, ist später etwas geworden.“ Tatsächlich war der erste Sieger dieses Wettbewerbs Florian Henckel von Donnersmarck, der 2007 für „Das Leben der anderen“ den Oscar erhielt.

Verbunden mit dem Preis ist nicht nur eine Teilnahme am „Universal Studios Filmmasters Programm“ in Hollywood, sondern auch eine Einladung zur Party während des Münchner Filmfests. „Dort trifft sich praktisch die Filmwelt, und wenn man da dann als Gewinner erscheinen darf, ist das schon wirklich was“, so Carsten Vauth. „Die Kontakte, die man da knüpfen kann, sind mehr wert als der Preis selbst.“

Doch damit nicht genug: Auch auf dem 14. New Yorker PictureStart Film Festival feierte „On Air“ Triumphe. Nicht nur, dass Hauptdarsteller Markus Knüfken als bester Darsteller gekürt wurde, „On Air“ belegte zudem den zweiten Platz in der Kategorie „Best Short Film“. In der Publikumswertung erhielt Charles Rettinghaus den zweiten Platz in der Kategorie „Best Actor“, und zur Krönung wurde Kameramann und Co-Regisseur Marco Riedl Gewinner in der Kategorie „Best Cinematography“.




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