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Schwierige Marktbedingungen, positiver Geschäftsverlauf

Raiffeisen-Landbund erhöht Umsatz auf 268,7 Millionen

Bückeburg (bus). Einen „trotz extrem schwierigen Marktbedingungen positiven Verlauf“ hat der Raiffeisen-Landbund für das Geschäftsjahr 2008/2009 bilanziert. Während der im Bückeburger Rathaussaal tagenden Generalversammlung bezifferten die geschäftsführenden Vorstände der in Niedernwöhren ansässigen An- und Verkaufsgenossenschaft, Marco Gottschalk und Andreas Rath, den Umsatz auf 268,7 Millionen Euro. Da unterm Strich ein Überschuss von 933 505,50 Euro vorzufinden war, freuten sich die Anteilseigner über die Ausschüttung einer siebenprozentigen Dividende.

veröffentlicht am 05.02.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 03:21 Uhr

Umsatzschwerpunkte des von Juli bis Juni laufenden Geschäftsjahres waren die Sparten Vieh (85 Millionen Euro), Futtermittel (55 Millionen) sowie Treib-, Brenn- und Baustoffe (52 Millionen). Zweistellige Millionenergebnisse erzielten überdies die Bereiche Getreide (24), Düngemittel (16) und Raps (11).

Gottwald betonte, dass vor allen Dingen die zum 1. Januar 2009 vollzogene Fusion mit der Raiffeisen-Ware-Vieh Hille-Hartum zur beträchtlichen Umsatzsteigerung (Vorjahr: 217 Millionen Euro) beigetragen habe. Die Eigenkapitalquote beträgt 32,4 Prozent. Per 30. Juni 2009 gehörten der Genossenschaft 2934 Mitglieder an (Vorjahr: 2597), die zusammen 4256 Anteile hielten. Das Einzugsgebiet erstreckt sich über etwa 5000 Quadratkilometer.

Das Berichtsjahr sei von einem bisher in diesen Größenordnungen nie gekannten Preisverfall in den Handelssegmenten Getreide, Raps und Düngemittel geprägt gewesen, erläuterte Gottschalk. „Dass der Landbund dennoch ein positives Ergebnis ausweisen konnte, liegt zum einen an der rechtzeitigen Risikoerkennung und dem frühzeitigen Warenverkauf sowie zum anderen an der breiten Aufstellung des Unternehmens mit diversen Sparten, in denen die Ergebnisse gegenüber den Vorjahren teilweise deutliche Verbesserungen aufwiesen.“ Das Geschäftsjahr werde „uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben“.

Rath berichtete der Versammlung von einer erheblichen Zunahme des Viehgeschäfts. In dieser Abteilung wurden 836 874 Tiere gehandelt – 117 000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Was eine Umsatzsteigerung von rund 35 Prozent nach sich zog. Bei den Schlachtschweinen wechselten 392 000 Tiere (plus 68 000) den Besitzer. Der Durchschnittserlös pro Schlachttier erhöhte sich um zehn auf 143 Euro. Dennoch bleibe die Lage der Sauenhalter angespannt. Rath: „Trotz einer kurzfristigen Erholung warten wir in der Ferkelproduktion weiter auf kostendeckende Erzeugerpreise.“

Im Futtermittelbereich, dem in der Genossenschaft eine zentrale Bedeutung zukommt, konnten die Umsatzerwartungen mit 193 749 Tonnen nicht völlig erfüllt werden. Deutlich besser liefen die Geschäfte – Rath: „Im Herbst 2008 erlebten wir einen wahren Boom“ – in der Brennstoffabteilung, die eine Steigerung um 47 Prozent auf 38 391 Tonnen verzeichnete. Der Umsatzrückgang bei Super- und Dieselkraftstoff sei an den unternehmenseigenen Tankstellen durch den Verkauf von Autogas kompensiert worden. „Da Autogas an unseren Tankstellen in Stadthagen und Lauenau sehr gut angenommen wird, haben wir uns entschlossen, diesen Treibstoff bei drei weiteren Tankstellen anzubieten“, gab der Geschäftsführer bekannt.

Raths Fazit: „Das Geschäftsjahr 2008/2009 wird uns als wirtschaftlich einschneidendes Jahr in Erinnerung bleiben. Einen Preisverfall diesen Ausmaßes wird es hoffentlich in Zukunft nicht wieder geben. Außer den naturbedingten Risiken bei der Erzeugung von Agrarrohstoffen werden wir aber auch zukünftig mit der Unberechenbarkeit der Hedgefonds leben müssen. Berechenbare Märkte gehören der Vergangenheit an. Ungewisse Märkte, die wir bisher nur vom Schlachtschweinemarkt kannten, haben nun auch alle anderen landwirtschaftlichen Bereiche erfasst und gehören für uns mittlerweile zum Tagesgeschäft.“

Im Rahmen der turnusgemäß anstehenden Wahlen fanden im Vorstand Bernhard Förster (Rietberg) und Heinrich Schütte (Petershagen/Ilserheide) sowie im Aufsichtsrat Werner Bremer (Apelern), Jürgen Ernsting (Petershagen/Ilse), Arndt Nottmeier (Minden/Meißen), Johannes Stienhans (Rheda-Wiedenbrück), Egbert Stork (Enger), Dietrich Völker (Petershagen/Neuenknick) und Wilhelm Wiebke (Petershagen/Bierde) die jeweils eindeutige Bestätigung der Versammlung. Für Heinrich Diesing (Bückeburg/Röcke) rückte Dirk Rodenbeck (Obernkirchen/Gelldorf) in das 27-köpfige Kontrollgremium. Karl-Friedrich Prange (Petershagen/Quetzen) und Karl-Heinz Wittenbrock (Halle, Westfalen) schieden auf eigenen Wunsch respektive wegen Erreichens der in der Satzung festgelegten Altersgrenze aus.




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