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Sozialverband Obernkirchen: Bundesverbandschef befürchtet Abbau des Sozialstaats

Rammelsberg tritt Nachfolge an

Obernkirchen (sig). Das unerwartete Ableben von Rosemarie Fichtner hat den Sozialverband Obernkirchen schwer getroffen. Sie hatte sich mit ihrer ganzen Kraft für diese auch zahlenmäßig starke Gemeinschaft eingesetzt. Es muss ein Wink des Schicksals gewesen sein, dass sie Robert Rammelsberg vor einiger Zeit bat, ihr Stellvertreter zu werden. Dazu kam es nicht, denn er wurde ihr Nachfolger.

veröffentlicht am 31.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:22 Uhr

Gemeinsam hatten sich die beiden im Vorfeld Gedanken über die weitere Arbeit gemacht. Es war auch ihr Verdienst, den obersten Repräsentanten des Deutschen Sozialverbandes, Adolf Bauer, zur Jahreshauptversammlung in die Bergstadt zu holen.

So gab es für die Mitglieder gleich mehrere Gründe, sich im Restaurant „Am Sonnenbrink“ einzufinden. Nach der Begrüßung durch die amtierende Zweite Vorsitzende Marlen Reuther und dem Gedenken an Rosemarie Fichtner ergriff Adolf Bauer das Wort.

„Wir können unsere Arbeit für die Menschen, die uns nötig haben, nur dann erfolgreich fortsetzen, wenn wir eine starke Gemeinschaft bleiben“, unterstrich der direkt aus Berlin angereiste Bundesvorsitzende. Dem Obernkirchener Ortsverband sei es gelungen, seine Mitgliederzahl innerhalb von neun Jahren um 80 Prozent auf 380 zu erhöhen. Das beweise die gute Arbeit, die hier geleistet worden sei. In den letzten Jahren habe man sich in Deutschland von der paritätischen Einzahlung in das Sozialsystem verabschiedet. Mehr und mehr werde auf die Schultern der Arbeitnehmer und Rentner gebürdet. Die Rentner hätten drei Nullrunden hinter sich, und weitere sechs bis sieben würden wohl folgen.

Nachfolger der verstorbenen Vorsitzenden Rosemarie Fichtner des Sozialverbands Obernkirchen: Robert Rammelsberg.

Knallhart war auch der folgende Vergleich von Bauer: „Die eigentlichen Schmarotzer dieser Gesellschaft sind nicht diejenigen, die zu Unrecht irgendwelche sozialen Leistungen bezogen haben, sondern jene, die große Geldmengen dem Staat hinterzogen und ins Ausland gebracht haben.“

Kein Verständnis bringe Adolf Bauer dafür auf, dass Menschen normalen Kinderlärm als störend empfinden und deshalb die Gerichte bemühen. Bürgermeister Oliver Schäfer, der die Wahl des Nachfolgers von Rosemarie Fichtner leitete, äußerte ebenfalls seine Sorge, dass die soziale Gerechtigkeit auf der Strecke bleibt.

Bei der Vorstandsneuwahl erhielt Robert Rammelsberg ein einstimmiges Vertrauensvotum. Stellvertreterin blieb Marlen Reuther. Zum weiteren Vorstand gehören die Schatzmeisterin Ingrid Lex, der Schriftführer Horst Reiter, der Pressesprecher Dieter Schmidt und die Reiseleiterin Marie-Luise Schmidt.

Noch kurz vor ihrem Ableben hatte Rosemarie Fichtner zusammen mit ihrem Stellvertreter Rammelsberg und mit Ulrich Groschewski darüber gesprochen, dass man noch mehr für die Senioren tun müsse, dabei aber die Jüngeren nicht vergessen dürfe. In Sachen Generationspakt habe sich in Obernkirchen leider noch nichts getan. Dieses Projekt müsse aber vorangetrieben werden. Dazu gehöre in der Innenstadt ein ständiger Treffpunkt mit Beratung für Alt und Jung, eine „verlässliche Nachbarschaftshilfe“ oder ein „gemeinschaftliches Wohnprojekt“.




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