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Gerhard Hasse will dagegen Einzelkämpfer bleiben / Rechnerische Mehrheit für die Christdemokraten

Rat Eilsen: Friedrich Rahe geht mit der CDU

Eilsen/Heeßen (tw). Jetzt steht's fest: Wie der Liberale Holger v. Harpe (Ahnsen) gestern bestätigte, verzichtet er auf sein Mandat im Samtgemeinderat zugunsten seines Kreistagssitzes. Für ihn zieht Friedrich Rahe (Heeßen) als "Newcomer" in das Eilser Gremium ein. v. Harpe hatte bei der Kommunalwahl am 10. September für die FDP 138 Stimmen geholt, Rahe 53.

veröffentlicht am 22.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:21 Uhr

Noch wichtiger: Nachdem sowohl SPD als auch CDU im künftigen Samtgemeinderat acht Sitze (Pattsituation) haben werden, können allein die Christdemokraten eine Koaliton schmieden. Der Grund: "Ich tendiere zu einem Zusammengehen mit der CDU", erklärte Rahe gestern auf Anfrage dieser Zeitung. Friedrich Feick, Chef des CDU-Samtgemeindeverbandes, sei bislang der einzige, der in dieser Sache auf ihn zugekommen sei. Den Ausschlag habe das aber nicht gegeben: "Ich hab's schon immer mit der CDU gehalten", sagt Rahe. "Mit der SPD kann ich nicht." Und Unabhängigkeit komme für ihn nicht in Frage: "Dann kann ich zwar in den Ausschüssen meine Meinung sagen, aber das war's dann auch." Nichtsdestotrotz geht die Hoffnung Feicks auf, nach der Wahl einen Liberalen auf seine Seite ziehen zu können. Mit Rahe kommt das Lager der Christdemokraten damit auf neun Sitze gegenüber den acht Sitzen der SPD. Das kann den Ausschlag bei Abstimmungen in strittigen Fragen geben, muss es aber nicht, denn: Gerhard Hasse (Heeßen), der es als Einzelkandidat in den Samtgemeinderat geschafft hat, erklärte gestern auf Anfrage, dass er wie der designierte SamtgemeindebürgermeisterBernd Schönemann unabhängig bleiben respektive entscheiden will. Womit sich diese Hoffnung Feicks, aber auch diejenige von Jürgen Schmökel, Chef des SPD-Samtgemeindeverbandes, zerschlagen hat. "Beide Parteien haben bei mir wegen einer Koalition angefragt", so Hasse. Zwar habe er sich noch nicht für die eine oder andere Seite festgelegt, aber: "Ich frage mich, ob das überhaupt sein muss." Hasse, der am 10. September als Einzelbewerber in Eilsen 276 Stimmen (3,43 Prozent) holte, hat nach eigener Aussage "Angst vor einem Fraktionszwang", möchte lieber seine Unabhängigkeit wahren. Tendenz bei ihm: Er will keine feste Zusammenarbeit mit SPD oder CDU, sondern seine jeweilige Entscheidung von Fall zu Fall von der Sachlage abhängig machen. Besagte Unabhängigkeit hat aber ihren Preis: Denn als Fraktionsloser wäre der Heeßer zwar im Samtgemeinderat, nicht aber in einem Ausschuss stimmberechtigt. Ähnlich "unabhängig" wie Hasse hatte sich auch Schönemann im jüngsten Interview mit dieser Zeitung erklärt. Wie berichtet, hatte der designierte Samtgemeindebürgermeister auf die Frage, wie er sich angesichts eines Patts von SPD und CDU im Eilser Rat verhalten würde, geantwortet: "Sollte diese Situation (...) eintreten, werde ich sachdienlich entscheiden." Für Entscheidungen im Samtgemeinderat bedeutet das: Nur wenn sowohl Hasse als auch Schönemann mit den Sozialdemokraten stimmen, wäre die Koalition von CDU und FDP ausgehebelt. Ob sich der künftige Chef im Eilser Rathaus, wenn es hart auf hart kommt, dazu wird hinreißen lassen, ist indes fraglich. Bekanntlich ist Schönemann zwar parteilos, ist bei der Kommunalwahl aber für die Christdemokraten angetreten. Womit die SPD - selbst im günstigsten Fall (mit Hasse) - Abstimmungen im Rat mit 9:10 Stimmen an die CDU verlieren dürfte ...

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Gerhard Hasse



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