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Kellersanierung: Beschluss verschoben

Rat sauer: Keine verlässliche Kostenschätzung

Pohle (rwe). Der Pohler Rat hat einen Sanierungsbeschluss für das Kellergeschoss im Dorfgemeinschaftshaus verschoben. Der Grund: Die Politiker hielten die Kostenaufstellung aus dem Bauamt für unzureichend. Ohne eine verlässliche Schätzung wollen sie die Arbeiten nicht ausschreiben lassen.

veröffentlicht am 18.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 04:22 Uhr

Am Ende rutschte ihm das unflätige Wort doch heraus. „Diese Vorlage ist sch…“, entfuhr es dem Pohler SPD-Ratsherrn Ralf Wilkening mit Blick auf die Drucksache 7/2009. Darin hatte das Bauamt die „Feuchtigkeitssanierung für den Keller des Dorfgemeinschaftshauses“ aufgelistet. 40 000 Euro wären demnach zu veranschlagen, um die Arbeiten ausführen zu lassen.

An der Maßnahme gibt es grundsätzlich nichts zu rütteln. „Der Salpeter wächst die Wände hoch“ meinte Bürgermeisterin Gerlinde Mensching. Die Gemeinde habe bereits erheblich investiert. Der Keller sei die nächste dringenden Maßnahme. Auch sie bedauerte, die Vorlage „hätte etwas differenzierter sein können“.

Das sah nicht nur sie so. „Mit etwas mehr Professionalität könnten wir dem leichter zustimmen“, meinte Eberhard Hasler (CDU). Ihm fehlten eine Leistungsbeschreibung und Mengenangaben. Wilkening machte sogar einige Fehler aus, die ihn „an der Fachkenntnis zweifeln“ ließen. Dem Rat müsse es möglich und erlaubt sein, die Summe zu hinterfragen. Der Vorschlag aus dem Rathaus, die Arbeiten auszuschreiben, fiel durch. Denn dann müsste die Gemeinde dem günstigsten Bieter den Auftrag erteilen. Zunächst wollen die Politiker aber sicher gehen, „dass wir nicht bei 60 000 Euro landen“, so Hasler. Deshalb verzichtete der Rat auf einen Beschluss und erteilte der Verwaltung den Auftrag, die Vorlage zu überarbeiten.

Das Misstrauen kam nicht von ungefähr. Denn bei der Sanierung der Brücke im Bereich Hauptstraße und Schulstraße stiegen die Kosten von 95 000 auf 108 700 Euro. Verwaltungsmitarbeiter Björn Ladage hatte Mühe, die Mehrausgaben zu erklären. So hatte das Planungsbüro die Deckschicht in der Ausschreibung vergessen, der Straßenanschluss musste verschoben werden, vor allem ein Elektrokabel erforderte Mehrarbeit. Das lag nicht wie vorher angenommen unter der Brücke, sondern im Asphalt. Eher zähneknirschend akzeptierten die Politiker die überplanmäßigen Ausgaben. Beim Dorfgemeinschaftshaus soll ihnen so etwas wohl nicht wieder passieren.




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